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Archiv für die Kategorie ‘Allgemein

Das kommt davon

Blogger Antiteilchen beschwert sich, als Nichtraucher bei der Bahn einen Nichtraucherplatz gebucht zu haben und in einem noch völlig nach Nikotin stinkendem Ex-Raucherabteil gelandet zu sein. Beschwerde beim Schaffner sinnlos, schließlich ist es nun ein offizielles Nichtraucherabteil (das allerdings wohl noch längere Zeit nach Rauch stinken wird). Als völlig unnötigerweise vertriebener Kettenraucher hält sich mein Mitleid mit Nichtrauchern freilich in Grenzen: man hätte auch vorher erkennen können, dass es sich bei dem Rauchverbot nicht um einem Beitrag zum Gesundheitsschutz handelte (gerade in ICEs haben die Abtrennung der Bereiche und das Nebeneinander der Raucher und Nichtraucher gut funktioniert), sondern schlicht um einen weiteren Abbau des Service.

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  • iJournalismus

    „iPod, iMac und ab Herbst das iPhone: Apple löst eine Euphorie aus, die sich nur noch mit religiösem Wahn vergleichen lässt“, schreibt das SZ-Magazin heute. Wahn vor allem bei Journalisten: es ist unglaublich, wieviel kostenlose Werbung Apple in den letzten Wochen alleine in SZ, FAS und Spiegel Online bekommen hat. Für ein Telefon, das viele Beschränkungen besitzt (wie auch der iPod weniger bietet als die meisten MP3-Player). Über das von mir kürzlich zugelegte Nokia N95, das deutlich mehr kann, musste ich mir die Informationen mühsam aus dem Netz suchen. Redakteure mögen denken, Apple-Produkte seien Kult und irgendwie alternativ. In Wirklichkeit sind sie überteuert, in Technik und Ausstattung mangelhaft, und das Schreiben darüber ist eine Art Statussymbol-Journalismus, der dringend aufhören muss.

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  • Technik vs ich

    Jetzt ist der DVD-Rekorder kaputt. Mal wieder. Eine Gelegenheit zu einem verägerten Bericht über die Unmöglichkeit, Geräte zu kaufen, die halten oder vernünftig funktionieren. Nimmt man meine Erfahrungen, müsste man der Verschwörungstheorie glauben, wonach die Menschheit nicht wirklich zum Mond geflogen ist.

    (mehr …)

    Leipzig, Dresden und Prag

    Hab mir die Tage die Füße wundgelatscht und mich vor allem in Prag ohne Sinn für Ironie über zuviele Touristen aufgeregt. Gefallen hats aber doch sehr.

    Reisefotos bei flickr

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  • Demo gegen Vorratsdatenspeicherung


    Bei der großen Demo am 22. September in Berlin will auch ein schwul-lesbischer Block mitlaufen.

    „Da Schwule und Lesben in zahlreichen Ländern auch heute noch verfolgt und diskriminiert werden, niemand weiss ob das politische Klima, auch in Europa, nicht morgen wieder umschwenken kann und weil mit der totalen Protokollierung von Telefon, Handy, E-Mail und Internet, indirekt erneut Rosa Listen geschaffen werden, die auch zukünftigen Regierungen zur Verfügung stehen werden, wollen wir auf der Demonstration am 22. September 2007 einen Rosa Block formieren, um auf die besondere Gefahr für Homosexuelle und Minderheiten im Allgemeinen hinzuweisen.“

    Das ist vielleicht übertrieben formuliert, aber Gründe gegen die Speicherung gibt es genug und man könnte ja mal wieder nach Berlin fahren. Bin die nächsten Tage übrigens in Nürnberg, Leipzig, Dresden und Prag, falls mich jemand vermissen sollte.

    Kurzes

    Während aufgrund aktueller Vorfälle noch zwei größere Themen zu schreiben sind (Technik vs ich, Madrid vs ich), hier ein paar kleinere Anmerkungen:

    Fernsehen „Who do you think you are?“ ist eine meiner Lieblingssendungen der BBC. Prominente gehen dort auf die Suche nach ihren Ahnen – zumeist entsteht ein interessantes Charakterportrait und zugleich ein erstaunlicher Einblick in Geschichte. Das ZDF hat das Format jetzt aufgegriffen: „Mariele Millowitsch – Auf der Spur meiner Ahnen“ wird heute abend gesendet. Mehr Mut hätte man sich schon gewünscht: die BBC-Primetime-Sendung läuft hier um 23 Uhr, es gibt offenbar erstmal nur zwei Folgen, der Serientitel wird hinter dem prominenten Namen versteckt und online findet man kaum Infos, allein der Link zur Sendungsbeschreibung ließ sich nur über Google finden.

    Fernsehen / Musikindustrie Was ZDF-Redakteure unter Aufklärung hingegen falsch verstehen können, ließ sich am Montag bei „Volle Kanne“ beobachten. Um zu seinem Thema zu kommen, dem Mitschneiden von Internet-Radios, holte Volle-Kanne-Computerexperte Oliver Klös erstmal weit aus und wetterte gegen „illegale“ Downloads aus Tauschbörsen. Allein im letzten Jahr habe es tausende Verfahren gegen Downloader gegeben, behauptete der Experte. Ich habe die genaue Zahl, die er nannte, nicht mehr im Kopf, aber sie wird vermutlich von der Musikindustrie stammen. Die stellte massenhaft Anzeigen, was automatisch zu Verfahren führt. Dass bestimmt 99 Prozent der Verfahren wieder eingestellt wurden, zumeist, weil der „Täter“ nicht ermittelbar war, oder auch, weil die Staatsanwaltschaft wie beispielsweise in Düsseldorf auch bei massenhaftem Einstellen von Dateien keine Strafwürdigkeit feststellen will, erwähnt der verschreckte Redakteur freilich nicht, hat er vielleicht auch einfach nicht verstanden.
    Dann gibt es noch die zivilrechtliche Seite. Auch hier kam es selten zu Prozessen mit Verurteilungen. Die wenigen armen Leute mussten freilich nur einen Bruchteil der Forderungen der Musikindustrie bezahlen. Auch das hat der Redakteur nicht gerafft, wie man online noch schauen kann:
    Moderator: Sach mal, das ist ja wirklich ein großes Problem geworden, diese illegale Musik aus dem Netz. Da geht's dann wirklich ans eingemachte (...) Da muss ja die Elternschaft zahlen (...)
    Oliver Klös: Das ist richtig heftig. Da wird dann für jeden Song abgerechnet, als ob ich den an tausend Leute verkauft hätte. Das sind dann paar tausend Euro.
    ...
    Studiogast Bernhard Brink: "Da siehst Du auch, dass wir heute Probleme haben in der Musikindustrie. Durch Downloads (...) gehen viele Umsätze verloren."

    Man könnte sich jetzt aufregen über all die falsche Panik-Mache. Oder einfach auf den Tag warten, an dem selbst Klös mitbekommt, dass die Musikindustrie auch das Mitschneiden von Internet-Radios unter Strafe stellen will.

    Erwin Der todkranke Düsseldorfer OB Joachim Erwin (CDU) will 2009 erneut antreten. Noch vor wenigen Wochen stellten sich die Parteien auf vorgezogene Neuwahlen ein. Dann kam Erwin aus dem Krankenhaus zurück, kampflustiger und bekloppter wie nie. Ich wage die grauenhafte Prognose: Und wenn er nicht gestorben ist, dann wählen sie ihn auch noch 2009.

    Was ist Kriminalität?

    RheintreppeIn Düsseldorf vor allem „aggressives Betteln“, „störender Alkoholgenuss“, „Lagern in Gruppen“ sowie „herumlungernde Jugendliche“. Das galt für den OSD unter Joachim Erwin und für den Hauptbahnhof und bestimmte Teile der Innenstadt schon immer, soll jetzt aber unter der Hinzuziehung der Polizei auch für den Burgplatz und besonders für die Rheintreppe gelten. Es soll mehr Streifen geben, von Polizei und OSD in Uniform und zivil, dazu ist ein Bierverbot für den Bereich ebenso geplant wie eine Videoüberwachung. Zwar wird das auch mit zunehmendem Drogenverkauf begründet, der wenigstens eine Straftat ist (die Kriminalstatistik hat insgesamt abnehmende Zahlen), aber die oben genannten Delikte aus der Lokalpresse machen doch deutlich, worum es dem zwar halbtoten aber immer noch aggressiven Oberbürgermeister wirklich geht: der Vertreibung von unerwünschtem Handeln. Drogensüchtige und mit Supermarkt-Bier feiernde Jugendliche innerhalb des Kommerz-Viertels Altstadt, die angeblich die Bürger verschrecken, sind die wahren Kriminellen (Versuchte Steuerhinterziehung, politische Amtsanmaßung, Volkshetzte, Vetternwirtschaft, Steuergeldverschwendungen usw. bleiben freilich erlaubt, das hat ja schon die Staatsanwaltschaft in allen nicht weiter geführten Ermittlungen gegen Erwin so entschieden.) Wenn die Düsseldorfer CDU mit einem neuen Oberbürgermeister diese Vertreibungen so weiter macht, hat diese Stadt irgendwann nichts lebendiges, liebenswürdiges, originelles mehr.

    Dass das anders geht, zeigte der CSD am letzten Wochenende. Die SPD-Oberbürgermeisterkandidatin bei der letzten Wahl, Gudrun Hock, fuhr bei der CSD-Parade mit (was hier ja sonst kaum jemand tut), unterhielt sich auf den Straßenfest mit vielen Leuten und gab Interviews, in der sie betonte, wie toll es sei, eine schwule Szene zu haben – während die offizielle Stadtverwaltung den CSD nirgendwo erwähnte und mit Tricks mal wieder zu schikanieren versuchte. Eine kleine Episode: Als der Hocksche Paradewagen für längere Zeit vor dem Brauhaus Uerige stand, ließ sich Hock unauffällig vom Köbes Alt-Gläser für sich und ihre Begleiter bringen. Dann suchte sie ihre Handtasche, kramte die Geldbörse raus und bezahlte das Bier selbst.

    Ich könnte die SPD mal wieder kreuzigen, dass sie diese kompetente, sympathische und sogar integre Frau bei der vermutlich vorzeitigen OB-Neuwahl nicht mehr aufstellen will.

    Was ist das?

    Der einzige Grund, nicht nach Deutschland einreisen zu dürfen.

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    Ein schwules Blog aus Düsseldorf über Fernsehen, Musik, Manchester und sonstigen Kram

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