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Archiv für die Kategorie ‘Allgemein

Ärger 2.0

Wenn schon alles verboten wird, was Spaß macht, Rauchen, Tauschbörsen, Demonstrationen, und wenn die Proteste gegen die Verbote in der Bevölkerung gering ausfallen und sie die Verbieter eh nicht stören, und wenn städtische Ordnungsämter wie bescheuert weitere Regeln aufsetzen und mit aller Wucht verfolgen: Warum dann um Himmels Willen ist es weiterhin erlaubt, Flip Flops oder Sandalen mit diesen ultra-nervigen Schlappgeräuschen zu tragen? Kann mich bitte mal jemand zum Oberbügermeister von Düsseldorf machen, damit ich diese Leute mit Knöllchen und Platzverweisen verfolgen kann?

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  • Notizen

    Es ist bemerkenswert, mit welcher abgrundtiefen Schadenfreude der „Express“ über den Gesundheitszustand von Joachim Erwin berichtet.

    Dass Bob Geldof auch beim diesjährigen G8-Gipfel eine Art IM der Regierungen ist, habe ich weiter unten schon vermutet. Hans Leyendecker hat heute in der „SZ“ den Beweis geliefert, in Form eines vertraulichen Protokolls der Bundesregierung. Geldof fordert in der Öffentlichkeit 700 Millionen Euro für Afrika. In dem Protokoll heißt es: „Für den Gipfel will Bundeskanzlerin ankündigen, dass Deutschland 750 Millionen Euro zusätzlich 2008 in den Haushalt einstellt. Bob Geldorf habe ihr versichert, dass bei einem solchen Schritt er persönlich auf Kritiker wie Herbert Grönemeyer Einfluss nehmen werde, um deren Kritik zu mäßigen.“ Leyendecker hat das schöne Stück auf der Medienseite unter die Überschrift „Die guten Menschen“ gesetzt.

    G8-Krawalle

    Zu den vielen Gründen, warum ich meine Sat-Anlage für britisches Fernsehen so liebe, ist ein weiterer hinzugekommen: mitzubekommen, was in Deutschland passiert. In Rostock gab es den ganzen Nachmittag über heftige Krawalle. Mehrere Nachrichtenagenturen sendeten ununterbrochen Live-Bilder an alle Redaktionen. Während ich über Sky News und BBC News 24, die so gut wie nie aus Deutschland berichten, diese Feeds sehen konnte, als Dauer-Breaking-News garniert mit Korrespondenten-Einschätzungen, brachten ntv und N24 die üblichen Dokus und nur zur vollen Stunde mal zwei Minuten Live-Bilder. Kurioser war Phoenix: Der Sender brachte zwischen 16 und 18 Uhr die Abschlussveranstaltung der Demo. Die Krawalle fanden zwar direkt daneben statt, wurden aber von Phoenix komplett ignoriert, was nur eine bewusste Entscheidung gewesen sein kann. Merkwürdiges Zapp-Erlebnis: Sky News – Tränengas gegen Demonstranten, brennendes Auto und schwarze Rauchwolke über Innenstadt; Phoenix – Gelaber von einem Klischee-Öko auf der Bühne. Erst als auch dort das Vorgehen der Polizei angesprochen wurde, zeigte Phoenix ein wenig vom Rande. Von dem friedlichen Bühnenprogramm wiederrum bekamen die internationalen Zuschauer kein einziges Bild zu sehen. Vermutlich, weil die Veranstalter des Tages gegen Globalisierung und u.a. Uhrheberrechte exklusive Nutzungsverträge abgeschlossen haben.

    Derzeitiger Agentur-Feed aus Rostock als Live-Stream von Sky News

    Notizen

    WZ Düsseldorf: „Panne: Die CSD-Parade soll dem Bücherbummel ausweichen.“ Seufz. Ist es zynisch, angesichts des kritiklosen Gejubels über die Städtepartnerschaft zwischen Moskau und Düsseldorf und dem Moskauer Vorgehen gegen CSDs zu vermuten, dass sich da die richtigen gefunden haben?

    Das offizielle Polen befürchtet nicht nur, die Teletubbies seien schwul. Jetzt wird auch noch ein schwuler Priester aus „Little Britain“ rausgeschnitten. Humor ist, wenn man nichtmal trotzdem lachen kann.

    Hab heute den aktuellen Musikexpress gelesen und diesen TV-Tipp für letzten Sonntag leider zu spät entdeckt. Ihr Redakteure aus der Rheinstadt München, ihr habt nicht zufällig einen Mitschnitt für mich?

    Zum Welt-NichtraucherSpießer-Tag

    Die Aktion „Rein Bahn“ der Rheinbahn macht vor, was zickige Leute wie ich schon längst behaupten: das Rauchverbot ist erst der Anfang.


    (Teaser: RP Online)

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  • CSD – Das Kleingedruckte

    Wer an CSD-Paraden in Deutschland teilnehmen will, muss umfassende AGB-Klauseln unterzeichnen. Die haben nicht immer was mit der Wirklichkeit zu tun, wie etwa hier in Köln:

    5
    Werbeflyer, Handzettel, Lebensmittel, Müll
    5.1
    Werbeflyer, Handzettel, Dosen, Becher, Lebensmittel u. ä. dürfen während der Parade weder verteilt noch vom Wagen/ Fahrzeug aus geworfen werden. Gruppen/ Wagen/ Fahrzeuge, die sich an diese Auflage nicht halten, werden von den ParadeordnerInnen umgehend von der weiteren Teilnahme an der Parade ausgeschlossen. Die durch sie verursachten Kosten werden ihnen anschließend in Rechnung gestellt.
    5.2
    Der anfallenden ist Müll so gering wie möglich zu halten und selbst zu entsorgen (z.B. durch ausreichendes Mitführen von Müllbehältern).

    Da könnte man sich ja mal einen Spaß draus machen, einen extrem Werbemittel verteilenden Sponsor wie Nivea bei den Ordnern zu verpetzen und anzusehen, wie die Organisatoren ins Schwitzen geraten.

    Manchmal sind sie Bedingungen auch arg schwammig formuliert, wie hier in Köln:

    8
    Sexuelle Freizügigkeiten / sexuelle Handlungen
    Sexuelle Freizügigkeiten, Zurschaustellung sexueller und jugendgefährdende Handlungen sind zu unterlassen und führen zum sofortigen Ausschluss aus der Parade.

    Unklar ist ferner, ob man in Köln auch als Fußgruppe einen „Soliaritätsbeitrag“ bezahlen muss, der deutlich teurer ist als die „Gema und Versicherungs“-Gebühren beim CSD in Düsseldorf, bei dem Fußgruppen übrigens kostenlos mitlaufen dürfen.

    Der CSD in Düsseldorf kennt übrigens auch keine AGBs zu „sexuellen Freizügigkeiten“, dafür aber – ungeschrieben – das Verbot, beim Straßenfest eigene Speisen oder Getränke zu verzehren. Ja, manchmal kann ich sehr nachtragend sein.

    Journalismus? Piep!

    NDR-Sprecherin Iris Bents bestätigte am Mittwoch: „Die Sendung haben wir für kurze Zeit mit einem Piepston unterlegt, um den Gast vor möglichen strafrechtlichen Konsequenzen zu bewahren.“

    Dieses Selbstverständnis einer Redaktion muss mir mal einer erklären.

    Das Prinzip Geldof

    Kann mal bitte jemand deutschen Medien stecken, dass Bob Geldof nicht der Heiland von Afrika ist sondern ein extremer Wichser? Er ist sich beispielsweise nicht zu schade, in einer tränendurchsetzten und sehr selbstlobenden Serie für die „Bild“-Zeitung zu schreiben und sogar für einen Tag Chefredakteur zu werden. Die Zeitung, die sicher auch seriöse Journalisten mit einer solchen Aufgabe beschäftigen könnte, nennt ihn dafür „Sir“ – zwar hat sich Geldof, wie es für „Rocker“ ja auch voll die Ehre ist, von Ihrer Majestät zum Ritter schlagen lassen, als Ire darf er aber nicht „Sir“ genannt werden.
    Geldof ist zweifellos engagiert für Afrika – aber nicht engagiert genug. Mit den Live-8-Konzerten zum G-8-Gipfel vor zwei Jahren hat er zwar das Thema in die Medien gesetzt, der große Protestmarsch in Edinburgh ging dabei aber unter. Geldorf setzte als von Regierungen und Medien akzeptierter Sprecher der Bewegung auf eher minimale Forderungen, die mehr oder weniger mit der Regierung Blair abgestimmt waren. Im Nachhinein lobte Geldorf den angeblichen Erfolg des Gipfels und geißelte alle Kritiker, die kaum Erfolg sahen. Ein schöner Spin-Erfolg für Regierung und das Ego von Geldof also, nur nicht für Afrika.
    Hat man nun daraus gelernt? Die deutsche Regierung in jedem Fall. Angela Merkel lässt sich gerne zusammen mit Geldof und ähnlich dämlichen Musikern wie Bono und Grönemeyer ablichten. Diese Herren bestimmen nun die Agenda, während die tatsächlich kritischen Menschen aus allen Lagern mittlerweile als Terroristen gelten.
    Zurück zu Geldof: Es gehört wohl zu Globalisierungskritikern, dass sie für globalisierte Firmen arbeiten. Geldofs Marketing-Firma Ten Alps arbeitet unter anderem für BP, EMI, Disney, L’oreal, Glaxo Smithkline und Microsoft, nebenbei, und das ist besonders lustig, auch für das britische Außen- und Verteidigungsministerium.

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