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Archiv für die Kategorie ‘Allgemein

Nur mal so

Diskriminierende Kopftuch-Verbote, Proteste gegen geplante Moscheen, Debatten über Parallelgesellschaften und „Ausländerkriminalität“, vieles mehr und dann noch die willentliche in Guantanamo-Belassung des unschuldigen Kurnaz. Und der soll nun nicht mal die (seit Geburt in Deutschland überfällige) deutsche Staatsbürgerschaft erlangen, denn Politiker sehen immer noch „Sicherheitsbedenken„.
Wäre ich Muslim in Deutschland, ich würde langsam beginnen, mich zu radikalisieren.





Auch ganz toll

Mit Zahnschmerzen beim Zahnarzt anrufen und in der Warteschleife landen. Wo die Telefonanlage dann aus der Zeit stammt, in der der Soundchip vom Commodore 64 aktuellster Stand der Technik war, und eine kleine Melodie aus lauter ganz hohen Tönen spielt. Toll, beziehungsweise: Aua.

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  • Manchester – Lost in Translation 2

    Nachdem ich kürzlich schon eine Korrektur zu einer „Prinz“-Geschichte über Manchester lieferte, ist nun „Der Spiegel“ dran, der sich mal der großen Genauigkeit seiner Geschichten rühmte. In seiner aktuellen Geschichte über Armut in Manchester und deren Bekämpfung geht einiges daneben. Andauernd wird von der Stadt geschrieben, selbst wenn die (politisch getrennte) Region gemeint ist. Die BBC zieht nach Salford, nicht ins benachbarte Manchester, und das hübsche Bild des Lowry-Zentrums, das die „Boomtown Manchester“ illustrieren soll – es zeigt auch Salford. Man stelle sich einen Bericht über die Stadt Essen vor, in dem die Statistik fürs gesamte Ruhrgebiet vorkommt und der mit dem Centro in Oberhausen illustriert ist.

    Ohnehin wäre das Ruhrgebiet ein besseres Studienobjekt für den „Spiegel“-Schreiber, projeziert er doch Sachen von dort nach Manchester: Die Stadt symbolisiere „den Übergang von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft. In seinen Minen schürften die Arbeiter den Treibstoff der Industrialisierung, in seinen Stahlwerken befeueren sie den Traum vom unendlichen Wachstum.“

    Hätte es in Manchester Minen gegeben, man hätte den berühmten Bridgewater-Kanal zum Heranschaffen der Kohle gar nicht bauen müssen. Stahlwerke? In Sheffield vielleicht. Dass die Industrialisierung in Manchester „zum Synonym für einen ungezügelten, seine Arbeiter fressenden Kapitalismus“ wurde, kann sein – hat aber den Haken, dass die meisten Fabrikenbesitzer der Stadt schon kurz nach Beginn der Industrialisierung den Lebensstandard ihrer Mitarbeiter deutlich verbesserten.
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    Beim Bäcker

    Die Zeiten sind ja schwierig und unübersichtlich geworden. Freunde wissen bereits über meinen Ärger, heute kaum noch ohne längere Ausführungen eine simple Tasse Kaffee bestellen zu können. Manchmal entwickeln sich aber auch süße Dialoge, etwa kürzlich in einer Bäckerei, die ein ebenfalls süßes, aber nicht ausgeschildertes und selbst für mich als Bäckersohn nicht zu definierendes Teilchen anbot.

    Ich: Ich hätte gern son…, äh,… Ding.

    Verkäuferin: Son Ding, hihi. Ich weiß jetzt aber auch nicht, wie das heißt. Oder was das kostet. Sabine?

    Verkäuferin 2/Sabine: Dat wees isch och nitt, äwer wenn dä nomma auffe Scheibe toucht, krischt dä jarnix.

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  • Bouncers are wankers

    oder: ein paar Notizen aus Manchester. Zuerst zu The Automatic (Manchester Academy, 14.10.): Eine Band, die ein Bild von David Hasselhoff auf dem Schlagzeug hat, muss unterhaltam sein. Hinter der Bühne soll es sogar einen Schrein zu Mr. Knight Rider geben, und das ist heilsam für deutsch-englische Beziehungen: ging man doch auf der Insel davon aus, die frühere deutsche Begeisterung für den, nunja, Sänger und Schauspieler sei Dummheit und nicht etwa Humor gewesen.

    Der Automatic-Sänger sieht selbst aus wie „The Hoff“, wie man ihn hier nennt, nur jünger. Jung und dynamisch sind alle vier Jungs, der Keyboarder und Dazwischen-Schreier zappelt und hüpft derart krass auf der Bühne, dass selbst der sein Asperger-Syndrom auf der Bühne völlig auslebende Sänger der Vines lahm wirkt. Das ist alles nett anzuschauen, „Monster“ ist bereits einer der Songs, die bleiben, und dank „Raoul“ kennt bald die halbe Welt den Mann, der die Gruppe aus Wales mit Sandwiches versorgt. Sympathisch, auch wie sie in Brighton nicht in, sondern mit dem Publikum badeten.

    Das in England seit dem Sommer erfolgreiche Album erscheint hier Ende Dezember (ein Schelm, wer da an Downloads denkt), im Januar folgt eine Tour. Die beiden Vorgruppen der England-Tour wurden vom Publikum alles andere als ignoriert, der NME hält Mumm-Ra für einen wichtigen „Geheim-Tipp“, und gut waren sie, ich rate aber noch eher zu den Alterkicks (Bild), die mit Bandmitgliedern aus Liverpool und Chesire sogar aus der Granada-Region kommen und wahlweise an Franz Ferdinand, The Coral und die frühen Ordinary Boys erinnern. In Manchester, wo die nächste, große Band schon viel zu lange auf sich warten lässt, wird derweil viel von den Courteeners getuschelt, die aber offenbar so geheim sind, dass man zu ihnen nichts im Internet findet.

    Andere Notizen, etwa zu meinem Lieblingsclub Poptastic: Türsteher sind Wichser. Muss mal geschrieben werden, auch wenn Michael Winterbottom in seinem Manchester-Film „24 Hour Party People“ schon alles zum Thema gesagt hat: dort weisen die Bouncers den Club-Buchhalter ab. Die Arctic Monkeys haben auch ein schön frustriertes Lied zum Thema parat (Video, Text), was aber nur wenig Trost ist, wenn man auf der Poptastic nicht dazu tanzen kann.

    Berlin ist derzeit ein großes Thema in England. BBC Four zeigte am Samstag „Goodbye Lenin“, ein minderjähriges Paar aus „Coronation Street“ will dorthin vor Schule und Eltern flüchten und fand Paris zum Ausrei(s)sen zu langweilig. Die hiesige, hippe Modemarke Bench, die gerne voller Lokalstolz die Skyline von Manchester auf ihre T-Shirts druckt, bietet nun welche mit Berliner Straßenszenen und dem Aufdruck „Manchester Berlin New York“. Und H&M wirbt im Arndale-Center auf Deutsch mit einem Spruch von Hildegard Knef: „Ich habe noch einen Koffer in Berlin“. Ist zwar ein „e“ zuviel, aber das ist in Manchester nicht unüblich.

    Lass Dich überraschen

    Da ist man mal ein paar Tage nicht am Lieblingssupermarkt minimal vorbei gekommen, dann ist der plötzlich Rewe und gegenüber ein neu eröffnetes schwules Brauhaus mit riesiger Regenbogenflagge. Jetzt gibt es sogar in Düsseldorf, in Pempelfort, dieses Köln-Feeling: man muss sich schick machen, nur um mal zum Supermarkt zu gehen. Im Flönz gibt es übrigens leckere Schnitzel und gar zwei Kegelbahnen.

    Gammel-PR

    (selbst) gefunden in Hamburg und Forchheim


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  • Vordemokratischer Ausnahmezustand

    Der Hassprediger Papst Benedikt XVI. besucht Deutschland. Schnell vergessen Politiker die Trennung von Staat und Kirche und selbst Grundrechte wie die Meinungsfreiheit. Unzählige Steuermittel werden der großen Werbeveranstaltung geschenkt, BMW macht einen Tag lang die Tore dicht und selbst die Schulferien in Bayern wurden für das Ereignis um einen Tag verlängert. Medien schalten sich gleich, kritische Stimmen sind nicht erwünscht. Ein paar Meldungen.
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    Ein schwules Blog aus Düsseldorf über Fernsehen, Musik, Manchester und sonstigen Kram

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