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Weihnachten auf der Couch

Vor kurzem habe ich mich aufgeregt, dass ZDF-Moderator Normen Odenthal immer unnötige Themenüberleitungen setzt. Nun setze ich mal selber eine: in der Reihe von Vorfilmen vor dem Morrissey-Konzert (s. letzter Eintrag) war auch ein kurzes, angetrunken vorgetragenes Weihnachsständchen einer mir bis dahin unbekannten Dragqueen, das leider online nicht verfügbar ist. Bei der Dame handelt es sich um die New Yorkerin Lypsinka, und am 2. Weihnachtsfeiertag entdeckte ich sie in einem obskuren Film wieder.

In „Another gay movie“ spielt sie die Mutter eines schwulen Teenagers. Der Film ist eine schonungslose Kopie von „American Pie“ auf schwule Verhältnisse, der nach anfänglicher Gewöhnug an das trashige Niveau sehr vergnüglich ist. Und wer hätte schon gedacht, dass man den Torten-Gag aus dem Vorbild noch mit einem zusätzlichen Hamster inszenieren kann. Trailer:

Mein anderer Weihnachtsfilm war „Shortbus“ von John Cameron Mitchell („Hedwig and the Angry Inch“) – auch ein Film, bei dem Leute wie ich den Vorhang zuziehen. Wenige Teile des Films sind eindeutig pornographisch, und es handelt sich um echte Sexszenen der Darsteller, die nach einem langen Casting zusammen mit dem Regisseur die Handlung entwickelten. Ich kann nicht gut über Musik und Kino schreiben, daher einfach nur: Rezension bei Spiegel Online und den Trailer und dann bitte auch den Film anschauen.

Beide sehenswerten Filme liefen hier bereits bei den schwulen Filmfestivals, die man ja doch immer verpasst, sind nur teilweise irgendwo im Kino zu sehen und aus dem Ausland auf DVD bestellbar. Für den Notbehelf gibt es aber noch gay-torrents.net.

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  • Weihnachten mit Morrissey

    Letzten Samstag in Manchester: Der deutsche Weihnachtsmarkt, eine Mischung aus Kulturimport (Treff zum Glühwein), Anpassung an lokale Verhältnisse (Steaks zum Glühwein) und Abzocke (importierter Aldi-Spekulatius zum Wucher-Preis), war schon abgezogen. So bot sich für hunderte Kids die Möglichkeit, vor dem grandiosen Rathaus eine Flashmob-Kissenschlacht zu starten. Ein Federmeer ist nett anzusehen, wenn der Schnee fehlt. Selbst Polizei und Straßenreinigung amüsierten sich beim Zusehen:

    Am Abend Morrissey in einem ehemaligen viktorianischen Bahnhof. Das G-Mex sah zuletzt den Labour-Parteitag, in dem Tony Blair Standing Ovations bekam. Das Konzert wirkte da schon eher wie Manchester: Die Vor-Sängerin Kristeen Young bekam bereits zum zweiten Lied „Morrissey, Morrissey, Morrissey“-Chöre aus dem Publikum, später auch „Fuck off“-Rufe und Toilettenrollen.

    Wie schon beim Konzert in Düsseldorf gab es zum Umbau eine Abfolge von Videofilmen: u.a. James Dean in Stumm, die New York Dolls in voller Pracht und alte Eurovisions-Clips mit ORF-Kommentar. Etwa Tommy Körberg mit „Judy, Min Van“, bei dem man den Eindruck bekommt, der Mozfather entwickelt sich in seinen neueren Posen zu einem Grand-Prix-Teilnehmer. Oder Gigliola Cinquetti mit „Si“, das nett klingt und gleichzeitig so, wie man sich einen Eurovison-Song vorstellt, ohne je einen gehört zu haben:

    Ich als Niederrheiner kann den Begriff „österreichischen Charme“ nicht mal unfallfrei aussprechen, aber nicht diesen Unfall, sondern diesen Charme in der Stimme muss man sich vorstellen, als der ORF-Kommentator die Sängerin als „liebreizend und entzückend wie immer“ vorstellte.

    Das waren vielleicht nicht mal die richtigen Worte, aber sie waren voller Liebe und Zucker dahingeschmolzen, und sie hätten auch gut zu Morrissey gepasst. In seinen ruhigen Liedern (erhaben: das ältere „I’ve changed my plea to guilty„) folgt man jeder Mund- und Handbewegung, und die Anmut des mittlerweile lebensfrohen Mannes, diese besondere Bühnenchemie ist nett anzusehen. Und er unterhält sich neuerdings so gewitzt mit dem Publikum. Auch in Düsseldorf war Morrissey Entertainer, als er beispielsweise über pelztragende Düsseldorferinnen herzog (in etwa: They wear fur to be beautiful. Murder: beautiful. Torture: beautiful. Execution: beautiful.) Irgendwo zwischen vierter und zehnter Reihe hopsend waren auch die schnellen Lieder krachend, so das neue „Ganglord„. Und welch grandioses Opening mit „Panic“ und „First of the gang to die“ (das Video stamt aus Amsterdam)!

    Am Abend noch meine Lieblinsdisko, Poptastic: Türsteher sind doch nicht immer Wichser. Sie sind es offenbar nur, wenn es sich um junge, eingebildete Aushilfs-Türsteher handelt. Kam also mal wieder rein, durfte ein Indie-Tanzfest mit zahlreichen Morrissey-Einlagen erleben und dazu das einzig wahre Weihnachtslied, „Fairytale of New York“ von den Pogues, untermalt mit von oben fallendem Kunstschnee. Zwei Weihnachtstransen, ca. 60 und 20 Jahre alt, verteilten dazu Süßigkeiten. Ja, so macht Weihnachten dann doch mal Spaß.

    (flickr-Bilder von CENtral 1179, Slippy-23 und nickpickles, youtube-Video von ickleweb und oldsparkyexperience)

    Das wahre Queer as folk

    Die Wetter-Drama-Queen und die Schabe, ursprünglich gefunden von chriskoeln, aber nicht selbst gebloggt.

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  • SOS Schule

    Während ich mit gemischten Gefühlen einem Abi-Ehemaligen-Treffen entgegen blicke (s. älteren Blog-Eintrag), musste ich nochmal an eine ältere Pressemitteilung zu einer Folge der ZDF-Doku-Serie „SOS Schule“ denken, in der es um einen schwulen Schüler an der Pommernschule in Berlin geht. Was laut der Kritik des Jugendnetzwerks Lambda bei der Folge rüberkommt: der Schüler ist nach dem Coming-out selbst schuld an Gehänsel, bekommt einen Katzentisch zugewiesen und wechselt später die Schule, was von Schülern wie Lehrern als Problemlösung angesehen wird. Was, wenn das alles so stimmt, auch das ZDF schlecht da stehen lässt: der sogenannte „Schul-Coach“ der von Spiegel TV produzierten Sendung ist mit der Lösung wohl auch zufrieden. Der Sender sollte sich fragen, ob sich das Format mit einem Coach (mit dem sich der Sender folglich identifiziert) wirklich angemessen war, oder ob eine klassische Doku nicht besser gewesen wäre. Die komplette Folge ist im ZDF-Archiv nicht mehr abrufbar (aus „rechtlichen oder technischen Gründen“), es gibt jedoch einen frühen Ausschnitt bei youtube, der einen schaudern lässt.

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  • Demnächst bei Fitcom

    Lustiges Musikvideo. Die Musik selbst ist nix besonderes.

    OK Go – Here it goes again

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  • Hamburg Pride (mit Video!)

    In der alternativen CSD-Disko in der Roten Flora am Abend erinnerte ein Banner: „Stonewall was a riot“. Auch der lokale Bund der Steuerzahler beschwerte sich: die Hamburger CSD-Parade am Samstag vor zwei Wochen sei keine politische Demo gewesen, daher sollten die Veranstalter selbst für die Kosten aufkommen. Das ist eine bemerkenswert kleinliche Sicht, aber auch nicht völlig falsch. Zwar kündigten die Plakate in der ganzen Stadt eine „politische Demo“ an, die einzigen sichtbaren Parolen kamen aber von Parteienwagen. Sieht man die Parade jedoch als öffentliches wie politisches Bekenntnis von normalen Leuten an, schwul oder lesbisch zu sein, muss sich der CSD Hamburg nicht verstecken: hier gibt es im Vergleich ungewohnt und angenehm viele „Mitläufer“. Ein richtig kommerzieller CSD hätte auch dafür gesorgt, dass man durch alle Baustellen und Zäune sicher und schnell zum Straßenfest gelangt – wir haben das schnell aufgegeben. Und was die Reinigungskosten betrifft: man sollte mal mit Nivea reden (s. Videobeweis). Das hätte man zuvor auch schon in Köln und Berlin tun können.

    Mein gekürztes Video vom CSD Hamburg

    (12 min, Real Video, 16:9, 64 MB)

    [Kopierter Eintrag aus altem Blog.
    Bilder u.ä. waren auf andere Proportionen ausgerichtet.]

    So funktioniert das Internet

    Habe in diesen Tagen keinen Nerv auf überlange Einträge, daher ein kleiner, aber gut gemachter Witz aus der zum Download empfohlenen BBC-Serie Monkey Dust. Ach ja: Lautsprecher anmachen!

    Internet-Witz (XviD-Avi, ca. 2,5 MB)

    [Kopierter Eintrag aus altem Blog.]

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    Ein schwules Blog aus Düsseldorf über Fernsehen, Musik, Manchester und sonstigen Kram

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