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Archiv für die Kategorie ‘Highlights

Kinder in Gefahr TV

Mathias von Gersdorff, der mit seinem Verein Kinder in Gefahr schon seit Jahren für Belustigung bei aufgeklärten Mitmenschen sorgt, macht nun auch Internet-Fernsehen. Bei Youtube gibt es bereits 24 Videos zu bewundern, darunter diese Perlen, die man nicht lange kommentieren muss:

„Kein Eherecht für homosexuelle Paare!“

„E-Mail-Protestaktion an den ZDF wg. der Erotik-Sendungen“

(Das unverständliche Wort in der Mitte hat nichts mit Bareback zu tun sondern ist laut Manuskript „Werbeplakat“)

Und nein, wenn er nicht abliest, ist er nicht weniger steif:
„Verbot kommunistischer Symbole“

Darauf gestoßen bin ich übrigens über den Google-Adsense-Test unten auf der Blog-Startseite. Das System macht bisher freilich nur, Witzchen, Nonsense: Erst gab es Ergebnisse zu Metallhändlern; was muss der Blogbetreiber auch Blech mit Nachnamen heißen. Nun also kirchliche Themen inklusive einer Anti-Gotteslästerung-Aktion Gersdorffs (ich darf nicht zum Klicken darauf auffordern). Ich freue mich schon auf Adsense-Links zu FDP, Politically Incorrect und Dirk Elbers.





Auf den Spuren schwuler Gene

Mehrmals habe ich schon die Doku-Serie „Who do you think you are“ der BBC gelobt, in der Prominente die Herkunft ihrer Ahnen ergründen. Recht ähnlich ist nun „The Making of me“, in der etwa ein Athlet herausfinden soll, warum er so sportlich ist.

Begonnen hat die Serie am letzten Donnerstag mit dem Schauspieler John Barrowman („Dr. Who“, „Torchwood“), der ergründet, warum er schwul ist. Das ist 60 Minuten lang sehr kurzweilig, da keine obskure Theorie zu kurz kommt (schön ist etwa die Annahme, dass Homosexuelle unterschiedliche Fingerlängen haben – ich habe zwar die gekrümmten Finger einer Rheuma-Oma, aber gleich lang sind sie trotzdem). Glücklich bin ich mit dem Format jedoch nicht: Spricht der misslungene Gentest nun dafür, dass „es“ nicht an den Genen liegen kann, oder sagt er nur aus, dass die Forscher noch nicht das richtige Gen gefunden haben? Eine klassische, journalistische Doku hätte hier mehr gebracht. Wie vieles andere muss man sich zudem die Problematik eines gefundenen Gens selbst denken. Aber vielleicht ist auch das ganz gut so: an vielen Stellen kann man schön mit den Gedanken abstreifen.

Hinweis: die Youtube-Videos (ings. 6 je 10 min.) sind falsch gestreckt. Bei Dailymotion gibts das richtige Verhältnis mit miesem Ton. Beste Qualität bietet der BBC-iPlayer, der aber nur auf der Insel zur Verfügung steht. Ich hasse das nicht weltweite Web.

Cam Dating

Ich habe neuerdings eine neue Sucht (neben Rauchen, gegen Joachim Erwin sein und Episoden von Coronation Street, Love Soup, Skins und mind. weiteren 20 Serien): ich schaue gerne bei Cam4.com rein. Das ist eine Webcam-Community, in der sich mittlerweile die halbe Welt zeigt, vor allem nackt. Was natürlich auch der Hauptgrund für mein Vorbeischauen ist, aber es gibt Nebeneffekte.

So kann man psychologische Studien anstellen über das Nicht-Funktionieren von Gehirn und Höflichkeit bei Erregung eines anderen Körperteils: es ist unglaublich, wieviel Beleidigungen die Cammer teilweise erdulden müssen, vor allem auf deutsch, obwohl sie in der Regel aus dem Ausland stammen. Ich meine nicht die typischen, nur dummen User, die es auch auf queer.de gibt: die dort eine Seite aufgrund einer Überschrift aufrufen, nur um dann den Kommentar zu schreiben, dass das Thema ja wohl überflüssig sei. Diesen Grundtyp Internet-Nutzer gibt es zahlreich bei Cam4: Leute, die schreiben, dass ihnen der Typ im Einzelchat nicht gefällt. Es gibt aber auch – erschreckend häufig – härtere Kommentare. Etwa: der Dicke soll mal Platz für den Hübschen machen, Behinderte raus etc. Das sollte mal jemand strafrechtlich verfolgen und nicht nur immer die Downloads.

Ein anderer Nebeneffekt: wenn etwas passiert, erfährt man das hier recht schnell. Als es kürzlich nachts ein Erdbeben in England gab, bekam ich das (und das Gekreische zweier überraschter Tucken) live mit. Und innerhalb von wenigen Minuten hatte ich schon raus, dass das Erdbeben halb England umfasste und nicht nur Devon, wie die BBC eine gute Stunde später erstmals vermeldete. Das erinnerte mich an den 11. September 2001, als wir in der Queer-Redaktion keinen Fernseher hatten, das Internet langsam war und alles noch eher ir- bis surreal erschien – damals kam unser Chefredakteur auf die Idee, doch die Webcam des WTC-Restaurants Windows of the world aufzurufen. Im Nachhinein bin ich froh, dass es keine Verbindung gab. Und dass es zu einer Glosse, in der wir diese Stunden schilderten, erboste Zuschriften alá „Da starben Menschen“ – in Versalien – gab, war auch eine bemerkenswerte psychologische Studie. Anway, kleiner Spaßabend dank Erdbeben also, bei dem nichts schlimmes passiert ist. Internationale User waren freilich nicht begeistert: „Was faseln die denn da von nem Erdbeben? Die sollen weiterwichsen“ schrieb jemand auf Deutsch.

Dass Dating nicht viel mit Köpfchen und Höflichkeit zu tun hat, hat Graham Norton übrigens bereits vor einiger Zeit anhand eines Live-Speed-Datings bewiesen. Das war ganz großes Fernsehen: das Publikum fällt vor Lachen hörbar aus den Stühlen und ich kann mich heute immer noch beömmeln:

Europride Madrid (mit Video)

Vor drei Wochen habe ich den Europride in Madrid besucht, der mir trotz einiger negativer Erlebnisse (dazu später mehr) gut gefallen hat. Nebenbei habe ich für die mitgereisten Freunde ein Urlaubsvideo gedreht. Nun gibt es für meine Blogfreunde eine Kurzfassung. Nunja, sie ist nicht wirklich kurz und enthält oft schlechtere Szenen an Stellen, an denen ursprünglich meine zunehmend betrunkenen Freunde zu sehen waren. Trotzdem dürfte das Video einen netten Eindruck von der CSD-Parade geben. Ach ja: die ganzen halbnackten Jungs auf ihren großen Wagen kommen erst nach dem politischen Teil der gut fünfstündigen Parade.

Europride Madrid 2007
Real Video, 21 Min, 107 MB (am besten erst lokal speichern)

Was mir schon bei meinem Video zum CSD in Hamburg 2006 auffiel: es ist bemerkenswert, wie man fast jede Art von Musik zur Parade drunterlegen kann und die Leute bewegen sich trotzdem fast immer im Takt. Beim Madrid-Video noch beachtenswert: wie zahlreiche Frauen durch ihre Bewegungen verhindern, dass der nackte Mann mit der Flagge gänzlich ins Bild kommt.

Hamburg Pride (mit Video!)

In der alternativen CSD-Disko in der Roten Flora am Abend erinnerte ein Banner: „Stonewall was a riot“. Auch der lokale Bund der Steuerzahler beschwerte sich: die Hamburger CSD-Parade am Samstag vor zwei Wochen sei keine politische Demo gewesen, daher sollten die Veranstalter selbst für die Kosten aufkommen. Das ist eine bemerkenswert kleinliche Sicht, aber auch nicht völlig falsch. Zwar kündigten die Plakate in der ganzen Stadt eine „politische Demo“ an, die einzigen sichtbaren Parolen kamen aber von Parteienwagen. Sieht man die Parade jedoch als öffentliches wie politisches Bekenntnis von normalen Leuten an, schwul oder lesbisch zu sein, muss sich der CSD Hamburg nicht verstecken: hier gibt es im Vergleich ungewohnt und angenehm viele „Mitläufer“. Ein richtig kommerzieller CSD hätte auch dafür gesorgt, dass man durch alle Baustellen und Zäune sicher und schnell zum Straßenfest gelangt – wir haben das schnell aufgegeben. Und was die Reinigungskosten betrifft: man sollte mal mit Nivea reden (s. Videobeweis). Das hätte man zuvor auch schon in Köln und Berlin tun können.

Mein gekürztes Video vom CSD Hamburg

(12 min, Real Video, 16:9, 64 MB)

[Kopierter Eintrag aus altem Blog.
Bilder u.ä. waren auf andere Proportionen ausgerichtet.]

Krefeld Shambles

Da fragt sich die ganze Medienwelt seit mindestens zwei Jahren, was Ex-Libertines-Sänger Pete Doherty (jetzt Babyshambles-Frontmann) so ruiniert hat. Man findet die absurdesten Erklärungen bzw. keine. Und dann plötzlich, in der SZ heute: „Sieben Jahre seiner Jugend verbrachte Pete Doherty, 26, in Krefeld.“ Damit ist alles gesagt, findet der Autor dieser Zeilen, 29, der 21 Jahre in Krefeld leben musste.
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Stranger than fiction

Manchmal sieht man Sachen im Fernsehen, die lassen einen nicht mehr los. Channel 4 aus Großbritannien ist ein Sender, der berüchtigt ist für seine Dokumentationen. „God’s Rottweiler“ letzten Montag etwa war genau das, was man im WJT-bejubelnden deutschen Fernsehen vermisste. Stärker als all die berechtigte Kritik an Ratzinger, an seinem Extrem-Dogmatismus und dem Kaltstellen alter Gegner, bleibt eine kurze Szene in Erinnerung, als Ratzinger (noch nicht Papst) von einem britischen Journalisten zu den Missbrauchsfällen in den USA befragt wird: Ratzinger schägt zu. Nur gegen eine Hand des Journalisten zwar, eher kraftlos auch, aber deutlich.

Spannend ist Channel 4, wenn es nicht um die üblichen Themen geht. Allein in den letzten Wochen liefen „Anmial Passions“, eine Annäherung an Menschen, die Sex mit Tieren haben, „Bollocks to cancer“, in der ein Jugendlicher heiter über seine Diagnose und sein Leben mit Hodenkrebs plaudert, oder auch „Stalking Pete Doherty“, in der ein durchgeknallter Reporter darüber berichtet, wie er vergeblich eine Dokumentation über den Ex-Sänger der Libertines drehen will – wobei der Reporter durchaus kaputter rüberkommt als Doherty, was auch eine Leistung ist.

Letzte Woche war wieder so ein Moment des Erstaunens. Zu der Eröffnung der neuen Reihe „Psycho“ brachte Channel 4 eine einstündige Dokumentation, „Kill me if you can“, und wer über einen Breitbandanschluss verfügt und über Seiten wie uknova oder gar eDonkey stolpert, der sollte erstmal nicht weiterlesen.
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The Urheberrecht strikes back

ish1 (24k image)
ishVor einem Jahr beglückte und nervte ich die Besucher meiner Geburtstagsfeier mit Musikvideos von der Festplatte, die ich zuvor beim britischen, alternativen MTV 2 aufgenommen hatte. In diesem Jahr wird es dazu nicht kommen, denn das Digitalpaket des Kabelbetreibers ish wird mittlerweile fast komplett mit dem Kopierschutz Macrovision ausgestrahlt. Auch die Sendungen des anderen mir wichtigen Senders, BBC Prime, lassen sich jetzt nur noch verfolgen, wenn man direkt vorm Fernseher sitzt. Aufnahmen der täglichen Soap Eastenders sind beispielsweise unmöglich, sowohl mit einem Festplatten/DVD- als auch einen herkömmlichen Videorekorder.
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Ein schwules Blog aus Düsseldorf über Fernsehen, Musik, Manchester und sonstigen Kram

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