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Archiv für die Kategorie ‘Lost in Translation

Spiegel Online bedroht Manchester

Spiegel Online berichtet über die Drohung der Unesco, sieben Stätten des Weltkulturerbes in Großbritannien auf die Rote Liste des gefährdeten Kulturerbes zu setzen. Bebildert ist das so:

Bemerkenswert, dass die Redaktion die Länge des Turms recherchiert, aber nicht feststellt, dass der „geplante Beetham Tower“ schon seit einigen Jahren steht. Bemerkenswert auch, dass die Unesco-Geschichte bereits am 8. September die britischen Medien beschäftigte. Von Manchester sprechen die britischen Berichte überhaupt nicht, vermutlich, weil Teile der Innenstadt zwar als Weltkulturerbe vorgemerkt sind, aber es halt nicht sind. Vor lauter Häme über Großbritannien und gelegentlicher Dämlichkeit („im Abwarten und Tee trinken sind die Briten ja bekanntlich Meister“) hat man wohl in der Spiegel-Online-Redaktion nicht mitbekommen, dass ein Beetham-Tower sehr wohl ein Weltkulturerbe gefährdet, allerdings in London.

Befasst hatte sich die Unesco mit dem Zustand der britischen Plätze übrigens auf einer Konferenz Anfang Juli. Eine Entscheidung wurde auf das nächste Jahr vertagt.





Gott homophob?

Es gibt eine schöne Stelle in dem schönen Manchester-Film „24 Hour Party People„, in der Gott Mick Hucknall von Simply Red als „Ginger“ beleidigt – als Rothaarigen. Nun habe ich den Film aufgrund originaltonresistenten Freunden mit deutschen Untertiteln gesehen (Synchonfassung gibts nicht), und plötzlich ist Gott homophob: Hucknall wird dort zur „Schwuchtel“. Oh dear.

Life on Mars – Lost in Translation

„Life on Mars“ in der Kabel-1-Fassung war leider ein großes Ärgernis. Da sind allein die Sachen, die deutschen Zuschauern generell zugemutet werden, in England aber bis heute unbekannt sind: Die Dauereinblendungen von Sender- und Serientitel-Logo, dazu noch ins Bild fallende Werbung für weitere Sendungen oder den herunterladbaren Soundtrack. Der Wegfall des (in jeder Folge mit einem anderen Lied aus 1973 unterlegten) Abspanns. Die 30-sekündige Wiederholung nach der Werbepause, die das Kürzen so sinnvoll macht.

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Manchester – Lost in Translation 2

Nachdem ich kürzlich schon eine Korrektur zu einer „Prinz“-Geschichte über Manchester lieferte, ist nun „Der Spiegel“ dran, der sich mal der großen Genauigkeit seiner Geschichten rühmte. In seiner aktuellen Geschichte über Armut in Manchester und deren Bekämpfung geht einiges daneben. Andauernd wird von der Stadt geschrieben, selbst wenn die (politisch getrennte) Region gemeint ist. Die BBC zieht nach Salford, nicht ins benachbarte Manchester, und das hübsche Bild des Lowry-Zentrums, das die „Boomtown Manchester“ illustrieren soll – es zeigt auch Salford. Man stelle sich einen Bericht über die Stadt Essen vor, in dem die Statistik fürs gesamte Ruhrgebiet vorkommt und der mit dem Centro in Oberhausen illustriert ist.

Ohnehin wäre das Ruhrgebiet ein besseres Studienobjekt für den „Spiegel“-Schreiber, projeziert er doch Sachen von dort nach Manchester: Die Stadt symbolisiere „den Übergang von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft. In seinen Minen schürften die Arbeiter den Treibstoff der Industrialisierung, in seinen Stahlwerken befeueren sie den Traum vom unendlichen Wachstum.“

Hätte es in Manchester Minen gegeben, man hätte den berühmten Bridgewater-Kanal zum Heranschaffen der Kohle gar nicht bauen müssen. Stahlwerke? In Sheffield vielleicht. Dass die Industrialisierung in Manchester „zum Synonym für einen ungezügelten, seine Arbeiter fressenden Kapitalismus“ wurde, kann sein – hat aber den Haken, dass die meisten Fabrikenbesitzer der Stadt schon kurz nach Beginn der Industrialisierung den Lebensstandard ihrer Mitarbeiter deutlich verbesserten.
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Manchester – Lost in Translation

Mit Manchester scheinen deutsche Medien nicht allzuviel anfangen zu können. Vor zehn Jahren zerstörte eine IRA-Bombe einen Teil der Innenstadt, der Wiederaufbau war der Motor zu einer umfassenden Regenerierung der ganzen Region. Die Zerstörung des Arndale-Einkaufszentrums habe gezeigt, dass die Iren „thick“ sein, sagt ein Taxifahrer dazu in der neuesten Folge von „Für alle Fälle Fitz“. „Thick“ bedeutet in der Umgangssprache „dumm“. Dass die Iren „dickhäutig“ seien, macht daraus sinnfrei die deutsche Synchronisation.

Sinnfrei ist auch die neueste Prinz-Ausgabe, die Manchester ein paar Seiten widmet und mit dem Slogan „The City of Pop“ direkt mal alle Bewohner kränkt.
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Ein schwules Blog aus Düsseldorf über Fernsehen, Musik, Manchester und sonstigen Kram

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