Nobbis Blog

I started something i couldn’t finish

Archiv für die Kategorie ‘Manchester

Spiegel Online bedroht Manchester

Spiegel Online berichtet über die Drohung der Unesco, sieben Stätten des Weltkulturerbes in Großbritannien auf die Rote Liste des gefährdeten Kulturerbes zu setzen. Bebildert ist das so:

Bemerkenswert, dass die Redaktion die Länge des Turms recherchiert, aber nicht feststellt, dass der „geplante Beetham Tower“ schon seit einigen Jahren steht. Bemerkenswert auch, dass die Unesco-Geschichte bereits am 8. September die britischen Medien beschäftigte. Von Manchester sprechen die britischen Berichte überhaupt nicht, vermutlich, weil Teile der Innenstadt zwar als Weltkulturerbe vorgemerkt sind, aber es halt nicht sind. Vor lauter Häme über Großbritannien und gelegentlicher Dämlichkeit („im Abwarten und Tee trinken sind die Briten ja bekanntlich Meister“) hat man wohl in der Spiegel-Online-Redaktion nicht mitbekommen, dass ein Beetham-Tower sehr wohl ein Weltkulturerbe gefährdet, allerdings in London.

Befasst hatte sich die Unesco mit dem Zustand der britischen Plätze übrigens auf einer Konferenz Anfang Juli. Eine Entscheidung wurde auf das nächste Jahr vertagt.





Manchester – Pride Parade

Das große Pride-Wochenende dauert in Manchester immer vier Tage: von Freitag bis zum letzten Montag im August, der in England immer ein Feiertag ist. Die Parade durch die Innenstadt, immer am Samstag, mag kürzer sein als etwa die in Köln, sie ist aber durchaus kreativer und unterhaltsamer.

Statt eines Wagens von Ikea (Köln) oder Burger King (Berlin) gab es als Werbung einen vom besuchenswerten Museum of Science and Industry. Der bot eine Spinnmaschine, aus der eine Regenbogenflagge quoll. Das schwule Rugby-Team vollzog Scrums auf offener Straße.


(mehr …)

Manchester – Impressionen


Gut zwei Jahre war ich nicht in Manchester, und schon hat die Metropole im Nordwesten Englands einen neuen Stadtteil: Spinningfields. Manchester geht bei der Regenerierung und Ausweitung seiner Innenstadt schon länger geschickt vor: wie schon in der Gegend um das von einem IRA-Anschlag zerstörte Arndale-Shoppingzentrum legt man Wert darauf, nicht nur Einkaufs- und Büroflächen zu schaffen, sondern auch neue öffentliche Plätze, Orte für Nightlife- und Kultur und vor allem auch Wohnungen. Britische Städte leiden ja darunter, dass die Leute alle in der Vorstadt wohnen – in Manchester ziehen immer mehr in die Innenstadt. Ein richtig lebendiger, vielseitiger Mix wie in Europa entsteht dabei freilich nicht: die neuen Wohnungen und die schön errichteten Apartments in ehemaligen Fabriken und Warenhäusern können sich nur Leute mit einem guten Job leisten. Jedenfalls liegt Spinningfields in diesem Trend: neu, aber schon tagsüber und nachts lebendig. Am Sonntag gab die lokale Band I am Kloot hier ein kostenloses Konzert.
(mehr …)

  • 0 Kommentare
  • Abgelegt in: Manchester
  • Gott homophob?

    Es gibt eine schöne Stelle in dem schönen Manchester-Film „24 Hour Party People„, in der Gott Mick Hucknall von Simply Red als „Ginger“ beleidigt – als Rothaarigen. Nun habe ich den Film aufgrund originaltonresistenten Freunden mit deutschen Untertiteln gesehen (Synchonfassung gibts nicht), und plötzlich ist Gott homophob: Hucknall wird dort zur „Schwuchtel“. Oh dear.

    Glory, Glory, Man United

    Nach ein paar Herzinfarkten ist mein Team Sieger der Champions League. Welch bewegender Moment, als Bobby Charlton das Team zur Siegerehrung führte. Charlton spielte vor 50 Jahren erstmals in Europa, als die Busby Babes, das junge ManU-Team unter Trainer Sir Matt Busby, in München verunglückte. Es gab unzählige Tribute in diesem Februar, aber dieser Sieg schließt das Gedenken ab.

  • 0 Kommentare
  • Abgelegt in: Manchester
  • British Inefficiency

    Ich finde es immer etwas albern, gar oft unzutreffend, wenn Briten in einer Mischung aus Bewunderung und Verachtung von der angeblichen „German efficiency“ sprechen. Was es aber oft gibt ist British Inefficiency. Als vor zwei Jahren hier WM war, bewunderte die ganze Welt und die in Scharen angereisten Engländer im besonderen die großen wie friedlichen Fan-Meilen mit Public Viewing. Das kannte man vor Ort nicht, und erste Versuche zur WM etwa in Manchester wurden nicht fortgesetzt, weil zu viele und zu angetrunkene und folglich gewalttätige Leute auf zu wenig Platz trafen.

    Überrascht war ich folglich gestern von den Bildern, die mir die BBC-Lokalnachrichten aus Manchester boten. Anlässlich des Uefa-Cup-Finales mit hunderttausend angereisten Rangers-Fans hatte die Stadtverwaltung drei Plätze in der Innenstadt zu Public-Viewing-Plätzen umfunktioniert, dazu gab es reichlich Sonnenschein und sogar ab morgens eine (seltene) Extra-Lizenz für Alkoholausschank. Und bis zum Anpfiff blieb alles weitgehend friedlich und in guter Stimmung, ein unerwartetes Aushängeschild für Stadt und Fans.

    Dumm nur, dass ausgerechnet zehn Minuten nach Spielbeginn in der Public-Viewing-Area in Piccadilly Gardens die Leinwand ausfiel. Genauer gesagt: die Leinwände funktionierten, bekamen aber kein Signal. Obwohl mitten in der Innenstadt sicherlich neue Receiver oder Kabel besorgt hätten können (wenn schon kein Ersatz da war), wurde der große Notfallplan aufgegriffen: die Fans wurden per Leinwand aufgefordert, zu Ersatzleinwänden im Velodrome neben dem City of Manchester Stadium zu gehen – Fußweg ca. 30 Minuten. Darüber waren die Fans freilich wenig begeistert und es gab heftige Ausschreitungen in der Innenstadt: Battle of Piccadilly (Manchester Evening News)

    Falsche Moral der Geschichte: Die Stadtverwaltung von Manchester hat deswegen die geplanten Fanzmeilen zum Championsleague-Finale (ManU gegen Chelsea) abgesagt.

  • 0 Kommentare
  • Abgelegt in: Manchester
  • XFM Manchester

    Ich liebe Manchester und tanze (dank Karfreitag nur beim Putzen und leider nicht auf der 3klang) besonderns gerne zu Indie-Musik. Folglich ist der Stream von XFM Manchester mein Lieblingsradio. Ich empfehle meinen Lesern wärmstens, mal ein paar Stunden rein zu hören. Neben frischer Indie-Musik und lustigen Moderationen in Manc-Akzent gibt es zwei wissenschaftliche Beobachtungen:

    1. Auch eine Indie-Station kann wie bekloppt Jingles einsetzen.
    2. An der Werbung kann man schön ablesen, was die Regierung in London von den Leuten in Manchester hält: soviel Spots gegen „benefit fraud“, Drogen, besoffenes Autofahren und sonstwie Asi-Sein gibts wohl auf keinem anderen Radiosender der Welt.

    NME vs Morrissey II

    „Interview – Tim Jonze; Words – NME“:

    Wie das britische Popblatt (zum zweiten Mal) mit einem offenbar umgeschriebenen Interview versucht, Morrissey zum Rassisten zu machen.

    Auch wenn Sänger und Interviewer den Inhalt dementieren

    Nobbis Blog

    Ein schwules Blog aus Düsseldorf über Fernsehen, Musik, Manchester und sonstigen Kram

    Zuletzt kommentiert

    *



    Links


    Zeugs


    ringelpietz webring logo
    Bloggeramt.de Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de

    Archiv


    Wolke

    bbc berlin csd düsseldorf Fernsehen flickr fremdschämen gay gayromeo homophobie humor islamophobie journalismus lsvd Manchester manchester united medien morrissey musik papst pride queer.de rauchen Schwules spooks synchronisation urheberrecht Video youtube zdf