Apropos Patriotismus: In Amerika lief am letzten Sonntag eine bemerkenswerte Folge der Simpsons (S15E21), hier derzeit nur vermutlich legal über Tauschbörsen zu beziehen, die bei aller Überspitzung ahnen lässt, dass Amerika noch schlimmer dran ist als bisher in Europa angenommen. In der Folge geschieht unter anderem folgendes: ein Tier zieht Bart Simpsons die Hose runter – bei einer Schulveranstaltung, ausgerechnet vor der amerikanischen Flagge. Das sorgt erst im Saal für Erregung, dann in den örtlichen Medien und ist plötzlich landesweites Thema. Ein Moderator bringt es auf den Punkt: ganz Springfield hasst Amerika. Die Stadt benennt sich darauf in City of Libertyville um und schmückt sich in Nationalfarben, selbst Ampeln haben nun blau-weiß-rote Leuchten. Lisa hält in der Kirche eine Spontanrede über den „derzeitigen Zustand der Repression“ und über die durch die Verfassung garantierte Meinungsfreiheit, als eine Spezialeinheit der Regierung die Kirche stürmt und die ganze Familie wegen „Verstoßes gegen die Regierung-weiß-es-am-besten-Regel“ verhaftet, Homer wird dabei niedergeknüppelt.

Die Simpsons landen im Gefängnis, unter anderem mit Michael Moore, den Dixie Chicks, Bill Clinton und Elmo aus der Sesamstraße (wegen Auftretens bei einem „falschen Wahldinner“; später erfährt man indirekt, dass er sich im Gefängnis erhängt hat). Ihnen wird in Anlehnung an eine frühere Folge ein Propagandafilm gezeigt, in der die Verfassung und die Bill of Rights als lebende Papiere auftreten. Die Bill of Rights kriecht dabei sterbend auf dem Boden. Den Simpsons gelingt schließlich die Flucht, nachdem sie bei einer Vorführung vor Wärtern ein Lied über Amerika singen, bei dem unter anderem Lisa ihre Mitgliedschaft bei der American Civil Liberties Union verbrennt.

[Kopierter Eintrag aus altem Blog.
Bilder u.ä. waren auf andere Proportionen ausgerichtet.]