Während ich mit gemischten Gefühlen einem Abi-Ehemaligen-Treffen entgegen blicke (s. älteren Blog-Eintrag), musste ich nochmal an eine ältere Pressemitteilung zu einer Folge der ZDF-Doku-Serie “SOS Schule” denken, in der es um einen schwulen Schüler an der Pommernschule in Berlin geht. Was laut der Kritik des Jugendnetzwerks Lambda bei der Folge rüberkommt: der Schüler ist nach dem Coming-out selbst schuld an Gehänsel, bekommt einen Katzentisch zugewiesen und wechselt später die Schule, was von Schülern wie Lehrern als Problemlösung angesehen wird. Was, wenn das alles so stimmt, auch das ZDF schlecht da stehen lässt: der sogenannte “Schul-Coach” der von Spiegel TV produzierten Sendung ist mit der Lösung wohl auch zufrieden. Der Sender sollte sich fragen, ob sich das Format mit einem Coach (mit dem sich der Sender folglich identifiziert) wirklich angemessen war, oder ob eine klassische Doku nicht besser gewesen wäre. Die komplette Folge ist im ZDF-Archiv nicht mehr abrufbar (aus “rechtlichen oder technischen Gründen”), es gibt jedoch einen frühen Ausschnitt bei youtube, der einen schaudern lässt.