Seitdem ich britisches Fernsehen empfange, spaltet sich mein Freundeskreis in die, die beispielsweise „Little Britain“ kennen und Querverweise in biergetränkten Gesprächen verstehen, und die, die von diesen Gesprächen genervt sind. In 2007 kommen nun ein paar der hervorragenden britischen Serien ins deutsche Fernsehen.

So startet an diesem Samstag „Life on Mars“ (kabel 1, 20.15h, Trailer unten), eine der besten Serien Großbritanniens. Ein moderner Polizist mit Unibildung und eingebauter Political Correctnes landet im Koma und wacht 1973 auf, um mit Steinzeitkollegen Fälle zu lösen. Und das in Manchester. Bleibt wie immer zu hoffen, dass die Übersetzung ins Deutsche dem Wortwitz nicht allzuviel schadet und die Kürzung um einige Minuten erträglich ist.

Comedy Central, seit einigen Wochen Ersatz von Viva Plus, hat indessen „Little Britain“ (Ausschnitt unten) aufgekauft. Das kann lustig werden: die Serie hat dank DVDs und Torrents bereits eine riesige Fangemeinde in Deutschland, da muss man nicht mal durch die Profile von gayromeo zappen. Wie werden diese Fans mit den übersetzen Running Gags, die man ja selber gelegentlich verwendet, umgehen? Lieber „Computer sagt Nein“ sagen statt Originalversion? In Großbritannien hat sich „Little Britain“ übrigens mit zwei Weihnachtsspecials in den fälligen Ruhestand begeben.

Andere Highlights des neuen Kanals sind die amüsante Serie „Teachers“ und die politische Spin-Doctor-Satire „The thick of it„, die voller Zynismen, Beleidigungen und Bullying ist und damit der Realität recht nah kommt. Andere Leute legen zum Anschauen noch „Extras“ nahe, eine Comedy von Ricky Gervais („Stromberg“-Vorbild „The Office“). Für Freunde in Düsseldorf bleibt die Sache mit der Zweiteilung allerdings bestehen, denn hier ist Comedy Central nicht im Kabel zu empfangen. (Bereits Viva Plus musste für den lokalen Sender Center TV Platz machen und bekam keinen neuen im analogen Kabel, während beispielsweise H24 und QVC je eigene Vollzeit-Kanäle haben dürfen, 9Live und 123TV sich einen teilen. Im digitalen Kabel von ish ist Comedy Central auch nicht drin, vermutlich, weil der Sender dafür zahlen soll.)

RTL hat indessen die beste Comedy der letzten Jahre gekauft, „My Name is Earl“ (Auschnitt unten). Wann die (US!-)Serie anlaufen wird, steht noch nicht fest. Ebenso wartet man bei Pro Sieben noch auf „Doctor Who„, und von den beiden neuen Spin-Offs hat man noch gar nichts gehört.

Weiterhin von niemandem gekauft sind die brillante Agenten-Serie „Spooks“ (liebe Feuilletonisten: schreibt doch mal darüber anstatt über alte „24“-Staffeln, von denen ohnehin niemand mehr überzeugt werden muss) und die arg krasse Familienserie „Shameless„. Und warum hat eigentlich noch niemand den Comedy-Klassiker The Vicar of Dibley übersetzt, der sich zu Neujahr mit einem letzten, lustigen Special verabschiedete?