Eine wichtige Recherche für Autofahrer UND Fußgänger aus Anlass eines, freundlich ausgedrückt, Streitgespräches, das ich wie üblich sehr laut geführt aber verloren habe. Es geht um diese schöne Beispielsstraße im um Winkel und Kurven nicht armen Düsseldorf:

Abknickende Vorfahrtsstraße: Derendorferstr. Düsseldorf

Fangen wir als Autofahrer an. Wie würden sie blinken, wenn Sie hier geradeaus wollen, und wie, wenn Sie wie die meisten Autos der abbiegenden Vorfahrtstraße samt Straßenbahn nach links folgen?

Meine Autofahrerlogik (und die Praxis vor Ort) sagte mir bisher dazu: nach links einfach nichts tun und der Straßenführung folgen. Zum Abbiegen in die Seitenstraße vorne langsamer werden, den Blinker in der Kurve nach rechts setzen, von der schnellen Straße durch Pfosten-Umfahren abbiegen und dabei auf Fußgänger achten. Soweit, so völlig falsch.

Denn das Blinken und Abbiegen versteht sich laut Verkehrsregeln rein räumlich nach Himmelsrichtungen und nicht räumlich nach Verlauf der Vorfahrtstraße: für geradeaus muss in diesem Fall nicht, für die Fahrt nach links muss geblinkt werden.

Das entspricht zwar nicht meiner Logik, erklärt aber auch, warum ich mehrfach als Fußgänger bei der (durch Pfahlumgärtnung und parkende Autos eh komplizierte) Überquerung der Seitenstraße fast überfahren worden wäre, und zwar nicht, wie ich dachte, von bekloppten, sondern von recht habenden Autofahrern.

Grafik von Stefan BrixSchaut man sich die Fußgängerproblamtik genau an, wie es der Grünenpolitiker Stefan Brix auf seiner privaten Homepage macht, kann einem Angst und Bange werden:

Auch hier liegen meine Rechte als Fußgänger konträr zu dem, was ich mir vorgestellt habe. Fußgänger Eins hat nur Vorrang vor E. Die Regeln für Fußgänger 2 und 3 sind gruselig: 2 hat Vorrang vor B und F, 3 vor A. Wer das durchsetzen will, wird alllerdings zumindest an der Beispielskreuzung sofort von Auto oder Straßenbahn überfahren.