Kann mal bitte jemand deutschen Medien stecken, dass Bob Geldof nicht der Heiland von Afrika ist sondern ein extremer Wichser? Er ist sich beispielsweise nicht zu schade, in einer tränendurchsetzten und sehr selbstlobenden Serie für die „Bild“-Zeitung zu schreiben und sogar für einen Tag Chefredakteur zu werden. Die Zeitung, die sicher auch seriöse Journalisten mit einer solchen Aufgabe beschäftigen könnte, nennt ihn dafür „Sir“ – zwar hat sich Geldof, wie es für „Rocker“ ja auch voll die Ehre ist, von Ihrer Majestät zum Ritter schlagen lassen, als Ire darf er aber nicht „Sir“ genannt werden.
Geldof ist zweifellos engagiert für Afrika – aber nicht engagiert genug. Mit den Live-8-Konzerten zum G-8-Gipfel vor zwei Jahren hat er zwar das Thema in die Medien gesetzt, der große Protestmarsch in Edinburgh ging dabei aber unter. Geldorf setzte als von Regierungen und Medien akzeptierter Sprecher der Bewegung auf eher minimale Forderungen, die mehr oder weniger mit der Regierung Blair abgestimmt waren. Im Nachhinein lobte Geldorf den angeblichen Erfolg des Gipfels und geißelte alle Kritiker, die kaum Erfolg sahen. Ein schöner Spin-Erfolg für Regierung und das Ego von Geldof also, nur nicht für Afrika.
Hat man nun daraus gelernt? Die deutsche Regierung in jedem Fall. Angela Merkel lässt sich gerne zusammen mit Geldof und ähnlich dämlichen Musikern wie Bono und Grönemeyer ablichten. Diese Herren bestimmen nun die Agenda, während die tatsächlich kritischen Menschen aus allen Lagern mittlerweile als Terroristen gelten.
Zurück zu Geldof: Es gehört wohl zu Globalisierungskritikern, dass sie für globalisierte Firmen arbeiten. Geldofs Marketing-Firma Ten Alps arbeitet unter anderem für BP, EMI, Disney, L’oreal, Glaxo Smithkline und Microsoft, nebenbei, und das ist besonders lustig, auch für das britische Außen- und Verteidigungsministerium.