RheintreppeIn Düsseldorf vor allem „aggressives Betteln“, „störender Alkoholgenuss“, „Lagern in Gruppen“ sowie „herumlungernde Jugendliche“. Das galt für den OSD unter Joachim Erwin und für den Hauptbahnhof und bestimmte Teile der Innenstadt schon immer, soll jetzt aber unter der Hinzuziehung der Polizei auch für den Burgplatz und besonders für die Rheintreppe gelten. Es soll mehr Streifen geben, von Polizei und OSD in Uniform und zivil, dazu ist ein Bierverbot für den Bereich ebenso geplant wie eine Videoüberwachung. Zwar wird das auch mit zunehmendem Drogenverkauf begründet, der wenigstens eine Straftat ist (die Kriminalstatistik hat insgesamt abnehmende Zahlen), aber die oben genannten Delikte aus der Lokalpresse machen doch deutlich, worum es dem zwar halbtoten aber immer noch aggressiven Oberbürgermeister wirklich geht: der Vertreibung von unerwünschtem Handeln. Drogensüchtige und mit Supermarkt-Bier feiernde Jugendliche innerhalb des Kommerz-Viertels Altstadt, die angeblich die Bürger verschrecken, sind die wahren Kriminellen (Versuchte Steuerhinterziehung, politische Amtsanmaßung, Volkshetzte, Vetternwirtschaft, Steuergeldverschwendungen usw. bleiben freilich erlaubt, das hat ja schon die Staatsanwaltschaft in allen nicht weiter geführten Ermittlungen gegen Erwin so entschieden.) Wenn die Düsseldorfer CDU mit einem neuen Oberbürgermeister diese Vertreibungen so weiter macht, hat diese Stadt irgendwann nichts lebendiges, liebenswürdiges, originelles mehr.

Dass das anders geht, zeigte der CSD am letzten Wochenende. Die SPD-Oberbürgermeisterkandidatin bei der letzten Wahl, Gudrun Hock, fuhr bei der CSD-Parade mit (was hier ja sonst kaum jemand tut), unterhielt sich auf den Straßenfest mit vielen Leuten und gab Interviews, in der sie betonte, wie toll es sei, eine schwule Szene zu haben – während die offizielle Stadtverwaltung den CSD nirgendwo erwähnte und mit Tricks mal wieder zu schikanieren versuchte. Eine kleine Episode: Als der Hocksche Paradewagen für längere Zeit vor dem Brauhaus Uerige stand, ließ sich Hock unauffällig vom Köbes Alt-Gläser für sich und ihre Begleiter bringen. Dann suchte sie ihre Handtasche, kramte die Geldbörse raus und bezahlte das Bier selbst.

Ich könnte die SPD mal wieder kreuzigen, dass sie diese kompetente, sympathische und sogar integre Frau bei der vermutlich vorzeitigen OB-Neuwahl nicht mehr aufstellen will.