Ein Ausflug nach Hamburg bot am Wochenende erste Einsichten in die Wirkungen eines Rauchverbots, das uns NRWlern ja erst im Sommer droht.

1) Das Gnosa, einst wichtige Station für jeden Hamburg-Besuch, hat offenbar schon früher als nötig das Rauchverbot umgesetzt und wird an Lebendigkeit inzwischen von Oma-Cafés aus den 60ern übertroffen.

2) Auf der Langen Reihe draußen zu sitzen, um Bier und Zigarette gleichzeitig zu genießen, macht nun auch keinen Spaß (erst recht nicht, wenn die Heizpilze nicht funktionieren). Auch im Sommer wird’s wohl kaum lustig: wetten, dass die wenigen Plätze draußen von Nichtrauchern belegt sein werden?

3) Man kommt sich albern und gleichzeitig rebellisch vor, wenn man im Indie-Schuppen Molotow trotzdem raucht, während die meisten anderen Raucher brav vor die Tür gehen.

4) Höhepunkt des Szenebesuchs war eine schwule Wohnzimmerkneipe in St. Pauli, in der vorerst weitergeraucht wird und die besser nicht näher benannt wird.

Jedenfalls steht eindeutig zu befürchten, dass alle Orte an Lebendigkeit verlieren, sobald den Gastwirten hohe Bußgelder drohen und sie daher das Rauchverbot befolgen werden. Um noch etwas positives zu schreiben: Meine ursprüngliche Furcht über Blockwart-Gäste hat sich nicht bestätigt.