Am Wochenende gab es einen Bürgerentscheid in Düsseldorf, in dem es darum ging, ob die mehr oder wenigen fertigen Pläne für den sogenannten Kö-Bogen durchgesetzt werden oder ob sinnvollerweise nochmal alles neu diskutiert und geplant wird (und die Zubebauung eines Grundstücks am Hofgarten verhindert wird). Zwar stimmten 80 Prozent der Bürger dafür, aber insgesamt beteiligten sich zu wenig Leute an der Abstimmung.

Was mann dann, wenige Tage nach der Entscheidung, wirklich nicht lesen möchte:

„Die evangelische Kirche beansprucht ein Mitspracherecht bei der Gestaltung des Martin-Luther-Platzes. Sie will verhindern, dass in Folge des Kö-Bogens hohe Gebäude den Blick auf das Gotteshaus verstellen. (…) ‚Wir werden es nicht hinnehmen, dass die Johanneskirche durch hohe Gebäude verschattet oder nach außen hin abgeschottet wird‘, erklärte Superintendent Ulrich Lilie. (…) Lilie sieht gute Chancen, dass die Vorstellungen des Kirchenkreises berücksichtigt werden: ‚Planungspolitiker von CDU und FDP haben in Vorgesprächen vor dem Bürgerentscheid versichert, dass wir ein Mitspracherecht haben.'“
(RP Online, 16.4.2008)

„Der Architekten- und Ingenieurverein begrüßt den Ausgang des Bürgerentscheids, plädiert aber für ein Werkstattverfahren für den gesamten Bereich. Zudem müsse die unterirdische Verkehrstrasse verlängert werden. (…) ‚Wir haben bewusst den Bürgerentscheid abgewartet, weil man jetzt wieder zu einer fachlich-sachlichen Diskussion zurückkehren kann‘, sagt der Architekt und Vereinsvorsitzende Thomas Fürst, bis vor einigen Jahren Mitgesellschafter des Büros HPP.“ (RP Online, 17.4.2008)

Auch die FDP, die mit einer dämlichen Kampagne auf Seitens Erwins dazu aufrief, den Bürgerentscheid abzulehnen, verlangt Änderungen: „Und darauf drängen, dass der Kö-Bogen etwa mit langem Tunnel realisiert wird.“ (Marie-Agnes Strack Zimmermann in der NRZ) „Was die Optik der Gebäude betrifft, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.“ (selbe Frau in der WZ, Quelle)

Vorauseilender Gehorsam gegenüber Erwin, um evtl. noch etwas zu drehen? Man möchte sich wünschen, dass der OB mit den Leuten umspringt wie mit den Bürgern, die für das Begehren gestimmt haben: „Die 63.000 lassen mich völlig kalt“ (Erwin laut RP).