Gut zwei Jahre war ich nicht in Manchester, und schon hat die Metropole im Nordwesten Englands einen neuen Stadtteil: Spinningfields. Manchester geht bei der Regenerierung und Ausweitung seiner Innenstadt schon länger geschickt vor: wie schon in der Gegend um das von einem IRA-Anschlag zerstörte Arndale-Shoppingzentrum legt man Wert darauf, nicht nur Einkaufs- und Büroflächen zu schaffen, sondern auch neue öffentliche Plätze, Orte für Nightlife- und Kultur und vor allem auch Wohnungen. Britische Städte leiden ja darunter, dass die Leute alle in der Vorstadt wohnen – in Manchester ziehen immer mehr in die Innenstadt. Ein richtig lebendiger, vielseitiger Mix wie in Europa entsteht dabei freilich nicht: die neuen Wohnungen und die schön errichteten Apartments in ehemaligen Fabriken und Warenhäusern können sich nur Leute mit einem guten Job leisten. Jedenfalls liegt Spinningfields in diesem Trend: neu, aber schon tagsüber und nachts lebendig. Am Sonntag gab die lokale Band I am Kloot hier ein kostenloses Konzert.


Die Regenerierung des Süd-Westens ist indessen weiter fortgeschritten. Die Castlefield-Gegend überzeugt durch die alten, zu Wohnungen umgestalteten Gebäude und dem Mix aus Pubs, Museen und einfach schön ruhigen Stellen am Kanal. Und der Beetham- bzw. Hilton-Tower, das höchste Wohngebäude Europas mit Hotelzimmern und Wohnungen, ist zweifellos und zu Recht das neue Wahrzeichen der Stadt.



Hier begann die Regenerierung: Museum Urbis und das Nightlife-Zentrum Printworks (eine ehemalige Druckerei) in der Nähe des Arndale.

In Manchester ist man der Meinung, durch die erfolgreiche Ausrichtung der Commonwealth Games 2002, immerhin die größte Sportveranstaltung nach Olympia, London bei seiner Bewerbung für 2012 geholfen zu haben. Auch bei der Übergabeshow am Sonntag war man am Rathausplatz mit Begeisterung dabei. 2012 finden freilich nur ein paar Vorrundenspiele in Old Trafford statt.

Obwohl Mancunians auf ihre Stadt mindestens so stolz sind wie Kölner, liegt in dem Fußballstadion der besondere Stolz (Fans von Manchester City sehen das freilich anders). Old Trafford ist mit rund 76.000 Sitzen das größte Stadion der Premiere League, aber da die Zuschauer direkt am Spielfeldrand sitzen, wirkt es klein und man hat eine gute Übersicht. Bei einem öffentlichen Training am Samstag konnte ich mich davon selbst überzeugen. Und es ist bemerkenswert, wie der Club seinen Busby Babes 50 Jahre nach der Flugkatastrophe in München gedenkt.