Das große Pride-Wochenende dauert in Manchester immer vier Tage: von Freitag bis zum letzten Montag im August, der in England immer ein Feiertag ist. Die Parade durch die Innenstadt, immer am Samstag, mag kürzer sein als etwa die in Köln, sie ist aber durchaus kreativer und unterhaltsamer.

Statt eines Wagens von Ikea (Köln) oder Burger King (Berlin) gab es als Werbung einen vom besuchenswerten Museum of Science and Industry. Der bot eine Spinnmaschine, aus der eine Regenbogenflagge quoll. Das schwule Rugby-Team vollzog Scrums auf offener Straße.


Sehr angenehm: wie ganze Berufsgruppen teilnehmen. NHS-Mitarbeiter, Feuerwehrleute, Gewerkschafter, über 300 (!) Polizisten bis hin zu Angestellten des Prison Service – die rege, stolze Teilnahme zeigt, wie der Diversity-Gedanke und erfolgreiche Anti-Diskriminierungspolitik Früchte zeigen.

Und auch das politische kam nicht zu kurz. Studenten forderten „Pride not Profit“ (das Straßenfest inkl. Eintritt ins Gay Village ist kostenpflichtig und die Parties sind teurer als sonst), Amnesty International spielte Abba und andere Grand-Prix-Higlights, als es auf seinem Eurovision-Wagen „zéro points“ an homophobe Staaten vergab.

Das schönste Zeichen, wie sich eine Gesellschaft auch durch CSD-Paraden verändert, war aber der Gegenprotest einiger Christen am Straßenrand. Der ging nicht nur unter durch zahlreiche Trillerpfeifen der Paradebesucher, der sorgte auch für Belustigung und Kopfschütteln bei „unbeteiligten“ Passanten. Es war der 18. CSD in Manchester und es ist sehr warscheinlich, dass es beim ersten CSD noch die Schwulen waren, die diese Reaktion ernteten.

Mehr Bilder:









[Mit Dank an Vistit Britain, Vistit Manchester, TUIfly, Manchester Pride, The Atrium Manchester]