Oh dear. Nachrichtenmagazin erwartet, Tralla-Magazin bekommen. Der Einstiegs-Beitrag der Premierensendung über Gewalt an Schulen ist ordentlich, nur herzlich unaktuell. Dann die erste aktuelle Meldung: drei Säte, dazu ein paar Bilder aus dem Internet. Dürftig. Es folgt ein Beitrag zum angeblichen Comeback von Grace Jones. Was soll das? Das Album ist seit Wochen zu haben und mit dem Feddersen möchte ich nicht auf einer Couch sitzen.

Es folgt die zweite (und auch letzte aktuelle Meldung) des Tages, nunja, Wochenendes: wieder drei Sätze, wieder ein paar Internet-Bilder. Dürftig. Dann folgt ein Beziehungsratgeber, Werbung, ein Beitrag über die auch längst angelaufene Kampagne „Ich weiß, was ich tue“ und ein Web-Tipp unter dem dämlichen Rubrik-Titel „schwulschwul“. Da kann man froh sein, dass Frank Lukas wenigstens auf die alte anderstrend-Rubrik „schwul oder nicht schwul“ verzichtet.

Die Magazin-Beiträge selbst sind recht flott geschnitten, lahmen aber teilweise bei Musikuntermalung und Sprache. Und das ist die Kritik für bunte Beiträge, denn Form und Inhalt sollten zusammenpassen: Ausgerechnet zur intimen Vorstellung eines HIV-Positiven eine Epilektik-Kamera einzusetzen, ist selten dämlich. Vor allem, wenn die Videoqualität, die etwa über Unitymedia hier ankommt, noch so gerade mit Youtube mithalten kann.

Trotzdem bleibt bei den Magazinbeiträgen der Eindruck, dass sich da was entwickelt. Vorschlag: mehr aktuelle News und die dann am Anfang der Sendung bringen (dann können Zuschauer, die den restlichen Magazin-Brei nicht sehen wollen, wunderbar zur „Tagesschau“ wechseln, schauen aber wenigstens überhaupt rein). Und für die Magazin-Beiträge ein zusätzliches Best-Of-Magazin am Wochenende bringen.