Fast hätte ich in Manchester mein Leben gelassen. Ob die Situation wirklich lebensbedrohlich war, lässt sich nicht sicher sagen, aber sie fühlte sich in jedem Fall so an. Wie zu jedem Besuch gönnte ich mit das mies-gute Variety Meal von Krusty Fried Chicken, nahm es mit aufs Zimmer und dann zu mir, wie immer dabei Zeitung lesend. Als ich bemerkte, dass ich gerade einen von Fett umpuschelten Knochen zu mir nahm, war der auch schon in den Rachen gerutscht und steckte dort mit spitzer Kante fest.

Es folgten Überraschung, Atemnot, Brechreiz, Panik, Würgen, Würgen und Würgen. Kein Mensch in erreichbarer Nähe, mittlerweile über das Bett gebeugt und in schwacher Erinnerung an das Heimlich-Manöver mir auf den Rücken schlagend, dachte ich nach gut einer Minute extremer werdenden Rumwürgens: das geht nicht gut. Am Schluss kam das verflixte Ding schon fast überraschend doch noch raus, zusammen mit einer Menge Blut. Extrem dunkelrote Augen und weiterhin hektisches Atmen ließen mich an einen Moment denken, der durchaus in Final Destination hätte vorkommen können: einen plötzlichen, würdelosen Tod.

Und was macht Manchester sonst so? Es verringert die Angst vor Weihnachten (s. Bild oben), bietet ein Breakfast Special zum Fotografieren (s. Bild unten) und lässt sich jetzt auch per Riesenrad bewundern (s. Bild oben rechts). Es hat nette Studenten wie dem in vielem gleich gesinnten Ross (s. Bild rechts). Und es rockt wie immer, und es liebt wie immer.

Dem lokalen Stolz zufolge hat Gott Manchester am sechsten Tag erschaffen, eher wahrscheinlich begann die Geschichte mit einem römischen Fort 79 nach Christus. Das Stadtrecht wurde der Stadt durch Queen Victoria erst am 29. März 1853 verliehen – Manchester und ich haben also den gleichen Geburtstag. Da denkt man doch gleich erneut an Hinziehen, und die Überschrift Final Destination Manchester bekommt eine angenehmere Bedeutung.

[Kopierter Eintrag aus altem Blog.]