Briten planten Einsatz von Kamikaze-Tauben im Kalten Krieg

London (dpa) – Mit Kamikaze-Tauben wollten britische Geheimdienstler im Kalten Krieg Russland bedrohen. Wie britische Zeitungen am Freitag berichteten, geht aus jetzt veröffentlichten Geheimdienstdokumenten hervor, dass die vom Radar unentdeckten gefiederten „Bomber“ grammweise Explosiv- oder biologische Kampfstoffe in ihre Zielgebiete fliegen sollten. „Tausend Tauben jeweils mit einer 60 Gramm schweren Explosiv-Kapsel, die in Intervallen in einem spezifischen Ziel landen, können für eine ernste und unschöne Überraschung sorgen“, zitierte der „Independent“ aus den direkt nach Ende des Zweiten Weltkriegs erarbeiteten Dokumenten. Der Vorschlag wurde jedoch als offensichtlich unrealistisch verworfen.

Hintergrund der Pläne war die Existenz zahlreicher Brieftauben in Diensten des Militärs während des Krieges. Die Vögel hatten Botschaften zwischen London und Geheimagenten im Ausland hin und hertransportiert. Nach dem Krieg suchte man nach anderweitigen Möglichkeiten für deren Einsatz. „Es ist klar, dass es in der Taubenforschung keinen Stillstand geben wird; wenn wir nicht damit experimentieren, werden es andere Mächte tun“, heißt es in den Papieren. Der Ausschuss zum militärischen Einsatz von Tauben wurde letztlich nach den Angaben im Jahr 1950 aufgelöst.

[Kopierter Eintrag aus altem Blog.
Bilder u.ä. waren auf andere Proportionen ausgerichtet.]