I started something i couldn’t finish

Simpsons-Schocker: Duffman ist schwul! Man muss sich nur das Vorbild Budman ansehen, um dieses Outing für subversiv zu halten. (Mehr Hintergründe zu Duffman bei Wikipedia)
Schwierige Entscheidung nächsten Montag: “Spooks” auf BBC Three oder das neue “24“-Special auf Sky One? “24″ bietet jetzt eine Präsidentin und Robert Carlyle, in “Spooks” gerät Harry unter Verdacht, russischer Doppelagent zu sein. Anyway, die von mir schon mehrfach in himmlische Sphären gelobte britische Agentenserie ist mittlerweile unbemerkt in Deutschland angelaufen, Samstags um Neun auf dem Fox Channel, falls jemand den bekommen sollte.
Die ersten HD-Trailer von Star Trek sind da. Gute Idee, Kirk mal mit einem geilen Schauspieler zu besetzen. Dank Shatner stellt man sich allerdings die Frage, wie Chris Pine in 40 Jahren beim hundertsten Enterprise-Kinofilm aussehen wird.
Ehemaliger ORF-Korrespondent sagt vor 1,2 Millionen Zuschauern, dass er sich „nicht von einem Schwarzen in der westlichen Welt dirigieren lassen“ wolle. Dem “Standard” sagt er, Obamas Wahl sei “eine äußerst beunruhigende Entwicklung”, weil “die Schwarzen in ihrer politisch-zivilisatorischen Entwicklung noch nicht so weit” seien. (Quelle) Die Aufregung in Amerika ist groß, in Österreich eher weniger: Die “Öffentlichkeit behandelte die aktuelle Entgleisung eher als Kuriosum.” (SZ)
Apropos Österreich: Was haben wir uns als offen Schwule und vom Vatikan andauernd Beleidigte schadengefreut, als vor Jahren der Skandal um das Priesterseminar in St. Pölten heraus kam. Dummerweise ist der jetzt Grund für eine gruselige Hatz: am Wochenende berichtete der Spiegel vorab, dass einer der “Skandalpriester” von damals nun in Deutschland arbeitet. Mit Namensnennung und Arbeitgeber. Andere Medien berichteten danach ebenfalls, mit Erfolg: ein anderer Priester musste “kurzfristig einspringen für den Amtsbruder, der nun rasch abgetaucht ist und für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war” (SZ Bayern, Montag). Bemerkenswert ist, dass nach langen Untersuchungen (und Anklagen in anderen Fällen) gegen den Mann offiziell nichts vorliegt. Abgesehen von einem (vom Spiegel wieder verwendeteten und minimal bepixelten) Foto, auf dem er einen anderen Priester küsst.
Gut, dass ich nicht ins Theater gehe, sonst hätte ich noch mehr Stoff zum Motzen. Kurz zusammengefasst, in den Worten von Jeremy aus der Comedy-Serie “Peep Show”: “If this was on television nobody would be watching.“
Oh dear. Nachrichtenmagazin erwartet, Tralla-Magazin bekommen. Der Einstiegs-Beitrag der Premierensendung über Gewalt an Schulen ist ordentlich, nur herzlich unaktuell. Dann die erste aktuelle Meldung: drei Säte, dazu ein paar Bilder aus dem Internet. Dürftig. Es folgt ein Beitrag zum angeblichen Comeback von Grace Jones. Was soll das? Das Album ist seit Wochen zu haben und mit dem Feddersen möchte ich nicht auf einer Couch sitzen.
Es folgt die zweite (und auch letzte aktuelle Meldung) des Tages, nunja, Wochenendes: wieder drei Sätze, wieder ein paar Internet-Bilder. Dürftig. Dann folgt ein Beziehungsratgeber, Werbung, ein Beitrag über die auch längst angelaufene Kampagne “Ich weiß, was ich tue” und ein Web-Tipp unter dem dämlichen Rubrik-Titel “schwulschwul”. Da kann man froh sein, dass Frank Lukas wenigstens auf die alte anderstrend-Rubrik “schwul oder nicht schwul” verzichtet.
Die Magazin-Beiträge selbst sind recht flott geschnitten, lahmen aber teilweise bei Musikuntermalung und Sprache. Und das ist die Kritik für bunte Beiträge, denn Form und Inhalt sollten zusammenpassen: Ausgerechnet zur intimen Vorstellung eines HIV-Positiven eine Epilektik-Kamera einzusetzen, ist selten dämlich. Vor allem, wenn die Videoqualität, die etwa über Unitymedia hier ankommt, noch so gerade mit Youtube mithalten kann.
Trotzdem bleibt bei den Magazinbeiträgen der Eindruck, dass sich da was entwickelt. Vorschlag: mehr aktuelle News und die dann am Anfang der Sendung bringen (dann können Zuschauer, die den restlichen Magazin-Brei nicht sehen wollen, wunderbar zur “Tagesschau” wechseln, schauen aber wenigstens überhaupt rein). Und für die Magazin-Beiträge ein zusätzliches Best-Of-Magazin am Wochenende bringen.
Nach meiner langen Aufregung über eine dumme Folge von “Soko Leipzig” nun auch etwas Lob: das Special mit “The Bill” ist durchaus gelungen. Am Mittwoch und Donnerstag liefen auf ITV die koproduzierten Folgen, in der die Ermittler aus beiden Ländern einen Entführungsfall zu klären hatten. Die Folge beginnt in London, wo die deutschen Polizisten noch auf wenig Gegenliebe der Kollegen stoßen. Fall und Team entwickeln aber schnell eine Eigendynamik, bis es zum besseren, Action geladenen Teil in Leipzig kommt. Britische Zuschauer haben sicher noch keine Verfolungsjagd gesehen, die durch eine Straßenbahn beendet wird.
14 Nov
Die SOKO Leipzig besteht aus vier Kommissaren, die sich um die verschiedensten Fälle kümmern. Eine Prise Humor ist ebenso bei jeder Folge dabei wie Spannung und - wohl das Wichtigste - die Realitätsnähe. Explodierende Autos sind hier fast nie zu sehen, dafür jedoch gute Polizeiarbeit. (fernsehserien.de)
Ich sehe kaum deutsche Krimis, daher kann ich nicht beurteilen, ob die Soko-Leipzig-Folge “Maskenball” (Trailer) vom letzten Freitag selten dämlich ist oder dämlich wie andere Krimis auch. An Kamera und Ton bis hin zur Arbeit des Location-Scouts habe ich nichts zu bemängeln; die Schauspieler sind eingigermaßen so lala, die Regie ist offenbar genügsam. Das Problem: das Drehbuch. Die Dialoge sind unauthentisch bis albern, der Plot hat grobe Fehler und die gesamte Handlung ist äußerst fragwürdig und regelrecht verschenkt. Aber von vorne:
Wir befinden uns in einer bemerkenswert leeren Schwulenbar (es läuft “Fuck the pain away” von Peaches (u.ä.), immerhin). Mann im Fummel - ohne Fummel kein Schwulenkrimi - flirtet mit Mann, der offensichtliche Ex-Freund der Fummeltrine schaut entnervt zu. Mann im Fummel geht. Draußen steht ein junger Mann mit vermutlich türkischer Familienabstammung (im weiteren Verlauf im Sinne der Sendung als Türke bezeichnet), zum Missfallen des Türstehers, der den Jungen null nachvollziehbar zu einem Gesichtsfoto nötigt.
Nächster Morgen: man sieht eine Leiche, die üblichen Polizei-Absperrungen und die üblichen Forensikleute. Kommissar Jan Maybach findet an einem Plakat der Vornachts-Disco Blut (im nicht abgesperrten Hausdurchgang). Offenbar wurde das Opfer mit dem “Kopf gegen die Mauer geschlagen”, vermutet Komissarin Ina Zimmermann. Der Forensikmensch dazu: “Sieht so aus!” Kommissar: “Vielleicht war sie ja gestern auf der Veranstaltung.” Kommissarin, über der Leiche bückend: “Wenn Du glaubst, dass SIE auf der Veranstaltung war, dann hast Du Dich getäuscht. (Lange Pause) Und ich meine nicht die Veranstaltung. Ich meine das ‘Sie’.” Falls die vom Fernsehen generell für dumm gehaltenen Zuschauer nun immer noch nicht verstehen, worum es geht, zieht Zimmermann die Perücke ab. Die Kommissarin ist weiterhin bedrückt, der Zuschauer darf stattdessen lachen: “Er hat geweint. Sein Kajal ist verschmiert.”
Morgen folgt ein Beitrag über das gestern und heute auf ITV ausgestrahlte Special der Krimi-Serie “The Bill”, in der die britischen Polizisten zusammen mit den Kollegen der Soko Leipzig (ZDF) ermitteln (bislang grottig). In der Zwischenzeit schnell der Hinweis, dass bis heute (morgen?) in der ZDF-Mediathek die Soko-Folge “Maskenball” abzurufen ist. Die scheint es in sich zu haben: “In Leipzig bekriegen sich eine Gruppe schwuler und türkischer Jugendliche. Anzeigen bei der Polizei werden nicht ernst genommen und so kommt es, wie es kommen muss - die Bombe platzt. Ein Mord passiert.” (Soko Leipzig Blog)
Derzeit aktueller Link zur Folge in der Mediathek
Trailer im Soko Leipzig Blog
Das wäre mal ein zu aktuellen Debatten in der Szene passender Krimi-Beitrag. Bleibt zu hoffen, dass er sowohl Schwulen als auch Türken gerecht wird. Dass das erste Mordopfer eine Transe ist, lässt aber schonmal nichts gutes ahnen. Besprechung folgt. Wenn ich die Mediathek noch zum Laufen bekomme.
Normalerweise mache ich einen Riesenbogen um Sendungen, die bei DMAX laufen können. Abenteuersport & Co langweilen mich. Auf BBC Three, dem jungen Experimentierkanal der BBC, läuft allerdings derzeit “Last Man Standing“: Die Serie ist eine gelungene Mischung aus dem vielleicht härtesten Wettkampf im Fernsehen und aus good old fashioned Völkerkunde. Sechs Athleten aus Großbritannien und Amerika treten gegeneinander an, und zwar in den Wettkämpfen abgelegener Stämme aus der ganzen Welt.
Trailer Staffel 2:
Ich bin Kunde beim NRW-Nachfolger des Kabelfernsehens der Telekom. Übers Haus für analoges Fernsehen und privat für digitales Fernsehen. Und ich bin unzufrieden mit Unitymedia: Es sind u.a. keine Festplattenreceiver verfügbar und das EPG ist chaotisch (beides zusammen macht erst den Vorteil von digitalem Fernsehen aus).
Ungefähr jeden zweiten Tag habe ich Werbung der Firma im Briefkasten und mehrfach im Monat werde ich angerufen, um mich von den Vorteilen des digitalen Fernsehens zu überzeugen und mir TriplePlay anzudrehen. Der unendliche Werbefeldzug von Unitymedia - er findet über Google Adsense auch in diesem Blog statt - zur Umstellung auf Digitales Kabel wird übrigens von der Landesanstalt für Medien NRW gefördert. Heute war die Herangehensweise anders:
(Unterdrückte Telefonnummer, Frauenstimme) Sie sind Kunde bei Unitymedia?
(Ich) Ja.
Das ist schön. Gibt es irgendwas, was man verbessern könnte?
Nun, ich hätte etwa gerne schon lange einen Festplattenreceiver.
(Versteht offenbar nur Receiver) Morgen? Nächste Woche? Wir schließen sie gerne an an die digitale Welt. Ich weiß nicht, ob Sie schon unsere hervorragenden Angebote kennen…
Das hat doch nichts mit dem Receiver zu zun. Sie haben nach Verbesserungen gefragt, und zu digitalem Fernsehen, wo ich Kunde bin, fehlt meiner Meinung nach immer noch dringend ein Festplattenreceiver.
(legt auf)
