I started something i couldn’t finish
Vor eingen Tagen habe ich die Zombies-übernehmen- Big-Brother-Haus-Serie “Dead Set” als Höhepunkt britischer Medienkritik bezeichnet. Ganz vergessen habe ich “Brass Eye” (Channel 4, 1997), das weiterhin an der Spitze steht: In jeder Folge des Fake-Magazins steht ein beliebtes Medienthema im Mittelpunkt, durch zynische Überspitzung werden Formate kritisiert und Medienkoller sichtbar.
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Live-Blogs gibts bei Coffe and TV und Stefan. Bei mir gibts Eindrücke von all den obskuren Sendern, die ich per Sky TV empfange. Es folgen keine Updates, ich gehe schlafen.
Vorzeige-Ami bei ITV
Vorführung einer Amerikanerin (?) im französischen Fernsehen
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Es kommt nicht allzu oft vor, dass ich auf Gayromeo angeschrieben werde (und ich bin zu schüchtern, um selbst anzuschreiben). Neuerdings gibt es jedoch immer mal wieder Schnuckel, die sich melden. Das Problem: die Texte lesen sich wie vorgefertigt (was bei einigen Gayromeo-Dauerusern ja durchaus vorkommen soll) und haben erstaunlicherweise immer eine Telefonnummer dabei. Nun kann auch dass in den weiten Kontakt-Welten von Gayromeo durchaus vorkommen, aber wie soll man merken, ob jemand echt interessiert ist oder einer einen Anruf unterschieben will? Das Beispiel von gerade aus meinem eMail-Postfach:

Geht man online, scheint Gayromeo die Nachricht schon für einen gelöscht zu haben - sie ist bemerkenswerterweise nicht mehr aufzufinden, kommentarlos. Der Versender ist allerdings noch online - und im Gästebuch beschwert sich ein anderer User über den Telefonnummern-Trick.
Also per Google mal die Telefonnummer gesucht und so das Portal whocallsme.com gefunden. Dort kann man kritische Telefonnummern melden - und halt Telefonnummern überprüfen. In meinem Fall wurde sie schon mehrfach benutzt, unter anderem bei Lokalisten von einer angeblichen Antonia, und auch mal von einem “ganz lieben Kerlchen”, der eine Frau sucht:

Auch bei einer früheren fragwürdigen eMail, die ich aufgehoben habe, findet das Tool weitere Einträge zur Telefonnummer. In letzter Zeit häufen sich solche Mails. Communities wie Gayromeo sollten darauf schnell reagieren. Und auch mal erklären, was genau die Spammer eigentlich vorhaben: Da die angegebene Telefonnummer in der Regel ein normaler Handy-Privatanschluss ist, ist das erstmal nicht ersichtlich. Das Compboard-Blog hat sich damit mal ausführlich beschäftigt, und liest man auch die Leserkommentare, scheint es den Telefonnummern-Versendern offenbar darum zu gehen, die Anrufer zu teuren SMS-Chats oder Anmeldungen in anderen Netzwerken, für die der Versender Provision bekommt, zu verleiten.
Also einen Countdown oder eine Begrüßung hätte ich mir ja schon gewünscht, als gestern Nachmittag endlich Timm auf Sendung ging. Und Deutschlands erster TV-Sender für Schwule enttäuschte direkt nochmal: waren die Trailer noch in anamorphem 16:9 wurde als erstes Highlight die im 16:9-Format produzierte Serie “Noah’s Arc” als 4:3-Bild mit Streifen ausgestrahlt. Für Zuschauer bei UnityMedia mit einem Widescreen-Fernseher ist das besonderns nervig, denn der Dekoder liefert unverständlicherweise 16:9 nicht im Auto-, sondern nur im Pillarbox-Format aus (was beispielsweise bei genannter Sendung zu einem Kastenrahmen und weiterhin dazu führt, dass man Bildinformationen verliert und zudem nicht das Bild auf volle Breite zoomen kann, es sei denn, man stellt den Dekoder auf 4:3 um und beim Wechsel des Programms etwa zur ARD schaltet man den wieder auf 16:9 und zommt sich mit dem Fernseher wieder auf Normalgröße usw usf, bis man es lässt).
Soviel dazu, vor allem zu meinem Hassobjekt UnityMedia (einer Firma, die zu Timm und vielen weiteren Sendern auch keine EPG-Daten ausliefert und noch immer keine Festplatten-Receiver anbietet usw usf). Trotzdem bleibt dem Sender viel Glück zu wünschen (vor allem, da man nicht weiß, wie viele GfK-Boxenbesitzer schwul sind). Für einen Digitalsender ohne Anschluss an ein großes Medienhaus bietet Timm immerhin eine ganze Menge eigenen und neuen Content und dürfte vor allem für Coming-Outler ein Segen sein. Ein richtiges Urteil kommt ohnehin erst Mitte November, wenn die Nachrichten auf Sendung gehen.
Während hierzulande die Fernsehkritik mit einem Gespräch zwischen Marcel Reich-Ranicki und Thomas Gottschalk einen armseligen Tiefpunkt erreicht hat, ist sie in England auf einem Höhepunkt. Verantwortlich ist Charlie Brooker, der in seiner Sendung “Screenwipe” (BBC Four) bisher durch eine analytisch-polemische und unterhaltsame Kritik auffiel, hier etwa zur Berichterstattung zum McCann-Fall:
Wäre ich Intendant, ich würde Stefan Niggemeier ein solches Format anbieten. Brooker indessen hat sich auch schon, nur beispielsweise, lustig über 24, The X-Factor und Celebrity Big Brother aufgregt.
Doch auch das hat zum Abkühlen offenbar nicht ausgereicht: In den letzten Tagen lief auf E4 (dem Unterhatungssender von Channel 4) “Dead Set” - eine Mini-Serie, in der Menschen alá “28 Days Later” zu Zombies werden und die Handlung vor allem Bewohner und Mitarbeiter des Big-Brother-Hauses umfasst bzw. tötet. Das Drehbuch stammt von Brooker und Channel Four, Endemol und sogar Moderatorin Davina McColl waren sich nicht zu schade, für eine Umsetzung zu sorgern. Einerseits ist “Dead Set” eine gelungene Satire auf Big Brother und TV-Produzenten, was freilich nicht zu schwierig ist, andererseits der Beweis, dass es vielleicht auch sonst nicht allzu schwierig ist, unterhaltsames Fernsehen zu produzieren.
Lache da schon seit Wochen drüber:
Auch schön: die Folge kürzlich, die sich ganz einem Ohrwurm widmete. Hier nur ein paar Ausschnitte, es sind weiß Gott nicht alle.
Bill O’Reilly: Lesbian Gangs
Monty Python - Gangs of Old Ladies
- Express: “Verwirrung: CSU-Politikerin sieht aus wie Kalkofe” (mit Telefoninterview)
- Ohlala Blog: Sacha Baron Cohen invades Milan Fashion Week
- Gestern aus Langeweile eine Folge der neuen “Knight Rider”-Serie gesehen. Keine gute Entscheidung, dem Auto die Fähigkeit zum Morphen zu geben, arbeitsverweigernde Schauspieler einzustellen und die Drehbücher von vermutlich arbeitslosen Streikbrechern erstellen zu lassen.
- Gestern über “Spiegel Online” aufgeregt (s. vorherigen Eintrag), vorgestern über die “taz”: Mein Leserkommentar, Bericht. Unnett, dass beim Abschicken des Kommentars kein Hinweis kommt, dass der erfolgreich abgesandt wurde. Und blöd, wenn in der Freischalten-Warteschlange zwei vorherige Kommentare das gleiche sagen.
