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Die OB-Wahl in Düsseldorf

In meinem Wahllokal stimmten 21,4 Prozent der Berechtigten ab, im gesamten Stadtgebiet 38,5 Prozent (inklusive 0,5 Prozent ungültige Stimmen). Schaut man sich das Wahlergebnis an, scheinen vor allem „linke“ Wähler zu Hause geblieben zu sein. Dirk Elbers bekam 59,7 Prozent (105,581 Stimmen, nicht mal ein Fünftel der Einwohner) und Karin Kortmann nur 35,3 Prozent. Bei der letzten Kommunalwahl gegen Erwin (50,4) kamen die Kandidaten von SPD und Grünen noch auf gemeinsame 42,2 Prozent. Bei der SPD in Düsseldorf gibt man die Schuld jetzt der SPD-Politik in Land und Bund, ich gebe die Schuld vor allem der Kandidatin. Darauf deutet auch der kleine Erfolg der Linkspartei, die sich von 1,8 auf 2,9 Prozent steigern konnte.

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    Zur Wahl in Düsseldorf

    Es gibt nicht wenige, die seit Jahren einen Machtwechsel in Düsseldorf dringend herbeigesehent haben. Es ist kein großes Geheimnis, dass ich dazu gehöre. Von dieser Wechselstimung ist bei mir nichts übrig geblieben, denn die SPD hat für die morgige OB-Wahl eine unwählbare Kandidatin aufgestellt.

    Kortmans Vorgängerin bei der letzten Wahl, Gudrun Hock, war nicht die beste Rednerin, aber sympathisch und kompetent. Und es war zweifellos an ihr abzulesen, dass sie sich vor Erwin und seiner Politik ekelte. Kortmann hingegen wird nicht müde, die Leistungen Erwins zu loben, und hat gar vorgeschlagen, die Arena nach ihm zu benennen. Völlig unironisch, und mit einer Steilvorlage für den CDU-Kandidaten Elbers: das sei aufgrund des Sponsorenvertrags gar nicht möglich, belehrte er sie. Im Duell auf Center TV hat Elbers Kortmann gefühlte tausendmal belehrt und als unwissend dargestellt, und man bekam das Gefühl, dass das nicht immer zu unrecht war. Ihre Unwissenheit stellte Kortman aber selbst gerne heraus: zur Gewerbesteuer wollte sie sich nicht äußern, „da ich die Zahlen nicht kenne“. Sechs, setzen! Elbers war Gewinner des TV-Duells, obwohl er auch nicht gerade durch Sympathie punkten konnte und jahrelang Erwin und seiner Politik zuarbeitete.

    Dafür kanzelte Kortmann ihn mehrfach als „Provinzpolitiker“ ab. Allerdings geht es hier um eine Kommunalwahl, und da hilft ihre Arbeit als Staatssekretärin bem Bundesministerum für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung auch nicht viel. Man hat ohnehin den Eindruck, Kortmann habe den Job vor allem Aufgrund ihrer Kontakte und eventuell vorhandenem Katholikenmangel im Kabinett bekommen. Denn die Frau hat weder Charisma noch stellt sie Sachkentniss heraus. Dafür ist sie überheblich.

    Merkwürdig war ihr Auftritt beim CSD. Dort durfte sie eine mehr professionell wirkende als ehrlich kämpferische Rede halten, in der sie versprach, am Rathaus zum nächsten CSD die Regenbogenflagge anzubringen, und die Bundesregierung aufforderte, endlich für eine Gleichstellung von Homo-Paaren zu sorgen (was man nicht tun sollte, wenn man selbst Teil der Bundesregierung ist). Danach folgte eine Podiumsdiskussion zwischen den übrigen Parteien (mit Ausnahme von Elbers, der nicht kam), Kortmann stand offenbar abgesprochenerweise nur daneben, ohne sich in die Diskussion einzumischen. Als der Linkspartei-Rathsherr Frank Laubenburg sie regelrecht thematisch trashte, schaute sie zum Publikum mit einem „was will denn der“-Lächeln, anstatt zu antworten. Das Gefühl, auf Kritik nicht eingehen zu müssen, ist man in Düsseldorf von einem anderen, mittlerweile verstorbenen Politiker gewohnt.

    Aber dem muss man zumindest zugestehen, Ideen verwirklicht haben zu wollen (die ich nicht teile). Bei Kortmann fehlen ganz offensichtlich Ideen. Es fehlt Leidenschaft (und man fragt sich, wie ernsthaft sie gegen einen weiterhin schwarz-gelben Rat kämpfen würde). Es fehlt auch oft die Ansicht, dass das, was Erwin hier fabriziert hat, falsch war. Wenn ich mich frage, warum sie Oberbürgermeisterin werden will, finde ich keine Antwort.

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    Manchester – Pride Parade

    Das große Pride-Wochenende dauert in Manchester immer vier Tage: von Freitag bis zum letzten Montag im August, der in England immer ein Feiertag ist. Die Parade durch die Innenstadt, immer am Samstag, mag kürzer sein als etwa die in Köln, sie ist aber durchaus kreativer und unterhaltsamer.

    Statt eines Wagens von Ikea (Köln) oder Burger King (Berlin) gab es als Werbung einen vom besuchenswerten Museum of Science and Industry. Der bot eine Spinnmaschine, aus der eine Regenbogenflagge quoll. Das schwule Rugby-Team vollzog Scrums auf offener Straße.


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    Manchester – Impressionen


    Gut zwei Jahre war ich nicht in Manchester, und schon hat die Metropole im Nordwesten Englands einen neuen Stadtteil: Spinningfields. Manchester geht bei der Regenerierung und Ausweitung seiner Innenstadt schon länger geschickt vor: wie schon in der Gegend um das von einem IRA-Anschlag zerstörte Arndale-Shoppingzentrum legt man Wert darauf, nicht nur Einkaufs- und Büroflächen zu schaffen, sondern auch neue öffentliche Plätze, Orte für Nightlife- und Kultur und vor allem auch Wohnungen. Britische Städte leiden ja darunter, dass die Leute alle in der Vorstadt wohnen – in Manchester ziehen immer mehr in die Innenstadt. Ein richtig lebendiger, vielseitiger Mix wie in Europa entsteht dabei freilich nicht: die neuen Wohnungen und die schön errichteten Apartments in ehemaligen Fabriken und Warenhäusern können sich nur Leute mit einem guten Job leisten. Jedenfalls liegt Spinningfields in diesem Trend: neu, aber schon tagsüber und nachts lebendig. Am Sonntag gab die lokale Band I am Kloot hier ein kostenloses Konzert.
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    Schwuler Horrorfilm

    Schöne Erinnerungen an „blair witch project“ werden wach bei einem redaktionellen Video des Portals Gayhelp.de. Das veranstaltete hier in Düsseldorf eine Poolnight mit Junghuschen, und die Doku dazu ist reinster Horror. Gut, zahlreiche schwule Jungs in Badehose, gefilmt mit Nachtsichtkamera, hätte ja noch das Zeugs für einen feuchten statt alpigen Traum. Aber dann faseln die einen was von der FDP um die Ohren und labern auch sonst viel unerotischen Schrott. Aber auch irgendwie lustig, das Format: so, als würde man sich im Halbschlaf nur in Fragmenten an den Tag davor erinnern und das Gefühl haben, sich für einiges schämen zu müssen. So wie die Teilnehmer also.

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    Probleme

    Aus der Google-Diskussionsgruppe für Webmaster:

    Hey,
    sucht man nach gayunion.de bei Google wird als alternativwort
    automatisch gasunion.de vorgeschlagen.

    Das ist in dem Zusammenhang gerade in Deutschland sehr makaber. Da ich
    kein Kontaktformular gefunden habe schreibe ich das hier.

    Gibt es da irgendwie aushilfe?

    LG
    Benedikt G.

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    Kulturschock

    Anders als deutsche kommen nun auch amerikanische Zuschauer in den Genuss von „Skins„. Seit Sonntag strahlt BBC America die Jugendserie aus. Und zwar mit geschnittenen Szenen, tausenden Piepstönen, Pixeln und gelegentlichen Untertiteln. Die Reviews sind trotzdem oft vernichtend, gerade aufgrund all der vermeintlichen Obszönitäten, und zeigen auch, das die Rezensenten oft nur die Pilotfolge gesehen haben: „‚Skins‘ tries to dig for some truths about teens today, but it undercuts every honest emotion with a vulgar gag“, schreibt etwa der uniformierte „Boston Herald„. „The main characters are all working class, they’re all less heartthrob than hooligan, and the writing is far more raw than clever“, kritisiert sich das „Review Journal“ ins Abseits. Fast jede Rezension kommt nicht aus, ohne die Haltung potentieller, erwachsener Zuschauer als Zitat zusammenzufassen: „Get off my lawn, you kids“, was offenbar einer amerikanischen Grundhaltung entspricht. Wahr hingegen die Beschreibung der LA Times: die Serie „achieves moments of poetry“.

    Tipp für deutsche Zuschauer, die die Serie noch nicht entdeckt (und die Folgen demnach noch nicht mindestens zehnmal gesehen haben): die BBC hat ein kleines Lexikon der Slangbegriffe erstellt. Bei Amazon.co.uk gibts beide Staffeln in einer hübschen Doppeledition mit all den zahlreichen Zusatzclips.

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    Emophobie

    Vor einiger Zeit habe ich auf queer.de mal über eine Massenhatz auf vermeintlich schwule Emos in Mexiko berichtet. Nun haben auch deutsche, nunja, Rapper den Trend erkannt. Wie die Jungle World in einem etwas wirren Essay (Wie queer ist Emo) berichtet, gebührt dem Jung-Rapper Gin Tonic aus dem toughen Hagen die Ehre, den vermutlich erste deutschen Anti-Emo-Song geschrieben zu haben. Und die Lyrics zeigen die Nähe zwischen neuer Emophobie und der guten alten Homophobie: „es verbreitet sich wie pest, diese fucker / überall lesben in chucks, mit blech in fressen getackert /überall schwuchteln im dragqueen dress, es is stress / für meine augen“ Und sterben sollen die Schwuchteln natürlich auch…


    Gin Tonic – „Emotionen“

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