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I started something i couldn’t finish

Last Man Standing

Normalerweise mache ich einen Riesenbogen um Sendungen, die bei DMAX laufen können. Abenteuersport & Co langweilen mich. Auf BBC Three, dem jungen Experimentierkanal der BBC, läuft allerdings derzeit “Last Man Standing“: Die Serie ist eine gelungene Mischung aus dem vielleicht härtesten Wettkampf im Fernsehen und aus good old fashioned Völkerkunde. Sechs Athleten aus Großbritannien und Amerika treten gegeneinander an, und zwar in den Wettkämpfen abgelegener Stämme aus der ganzen Welt.

Trailer Staffel 2:

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  • Auf den Spuren schwuler Gene

    Mehrmals habe ich schon die Doku-Serie “Who do you think you are” der BBC gelobt, in der Prominente die Herkunft ihrer Ahnen ergründen. Recht ähnlich ist nun “The Making of me”, in der etwa ein Athlet herausfinden soll, warum er so sportlich ist.

    Begonnen hat die Serie am letzten Donnerstag mit dem Schauspieler John Barrowman (“Dr. Who”, “Torchwood”), der ergründet, warum er schwul ist. Das ist 60 Minuten lang sehr kurzweilig, da keine obskure Theorie zu kurz kommt (schön ist etwa die Annahme, dass Homosexuelle unterschiedliche Fingerlängen haben – ich habe zwar die gekrümmten Finger einer Rheuma-Oma, aber gleich lang sind sie trotzdem). Glücklich bin ich mit dem Format jedoch nicht: Spricht der misslungene Gentest nun dafür, dass “es” nicht an den Genen liegen kann, oder sagt er nur aus, dass die Forscher noch nicht das richtige Gen gefunden haben? Eine klassische, journalistische Doku hätte hier mehr gebracht. Wie vieles andere muss man sich zudem die Problematik eines gefundenen Gens selbst denken. Aber vielleicht ist auch das ganz gut so: an vielen Stellen kann man schön mit den Gedanken abstreifen.

    Hinweis: die Youtube-Videos (ings. 6 je 10 min.) sind falsch gestreckt. Bei Dailymotion gibts das richtige Verhältnis mit miesem Ton. Beste Qualität bietet der BBC-iPlayer, der aber nur auf der Insel zur Verfügung steht. Ich hasse das nicht weltweite Web.

    Die Medienseite der Süddeutschen

    Ich lese gern die Medienseite der Süddeutschen, da sie oft viel Recherche und Hintergrund bietet. Oft wird aber auch peinliches Zeug geschrieben, etwa, wenns ums Internet geht oder auch um das britische Sky-Angebot von Rupert Murdoch, das immer mit Premiere verglichen wird – ein Vergleich von Äpfeln und Birnen, denn Sky ist nicht nur Pay-TV sondern auch Anbieter von rund 600 weiteren Kanälen. Mal ganz davon abgesehen, dass Sky wachsen konnte, als es in Großbritannien kaum Kabelanschluss und nur fünf Kanäle über Antenne gab.

    Vor allem rege ich mich auf, wenn Sendungen verdammt werden, die offenbar der zuständige Schreiber nie gesehen hat. So geschehen am Samstag über die niederländische Sendung “Baby te huur”, in der jungen Paaren, die ständig unter Beobachtung stehen, ein fremdes Baby geliehen wird. Bereits in der Überschrift wird klar gemacht: “Es geht immer noch schlimmer”. Und dann schreibt “flex” über den “neuen Tiefpukt im an Tiefpunkten nicht armen TV-Angebot”.

    Nun habe ich aber vor einem Jahr das Format als “The Baby Borrowers” in England gesehen und empfand es als einen Höhepunkt. Es ist nicht nur witziger und tiefgründiger als viele Hochglanzdokus, es ist vor allem lehrreich. Selten hat man so tiefe Eindrücke bekommen, wie Leute mit Verantwortung zurecht kommen und sich dadurch ändern. Den Babys droht keine Gefahr (die Eltern können jederzeit eingreifen), den Jugendlichen drohen aber Einblicke in ihre Partnerschaft und letztlich sich selbst. Das Format ist so gut, dass man es zum Aufklärungsunterricht in Schulen zeigen sollte.

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  • Spooks

    Mal ein Tipp für alle “24″-Fans, die auf die nächste Staffel noch ewig warten müssen: die BBC-Agentenserie “Spooks” ist derzeit auf ihrem Höhepunkt. Etwa zeitgleich zu “24″ gestartet fiel die Serie schon immer als intelligente Alternative auf. Statt nur um islamistische Bomber ging es hier auch um Rechtsradikale, Hacker und russische Millionäre. Dabei wird die Wirklichkeit oft karikiert (aufgebauschte Geheimdienstdossiers etc.) oder auch vorweggenommen: über “extraordinary renditions”, die Entführung europäischer Staatsbürger nach Guantanamo, gab es bei “Spooks” schon eine Folge, bevor Murat Kurnaz das erste Mal auch nur in einer Zeitungsmeldung auftauchte. Auch die Vergiftung eines russischen Ex-Geheimdienstlers in London wurde schon erzählt, bevor Litwinenko ermordet wurde. Nun, in der sechsten Staffel und erstmals in zusammenhängenden Folgen, geht es um das große Ganze: um die bösen Amerikaner und die bösen Iraner, die nebenbei, auch durch Versagen der Geheimdienste, offenbar zur Nuklearmacht werden. Das macht Sorgen für die Zukunft, zumal das ein oder andere Detail mit etwas Liebe zu Verschwörungstheorien Entsprechung in der Realität findet, etwa in der ersten Folge: um einen vermeintlichen Terroranschlag der Iraner und damit das Scheitern einer diplomatischen Lösung zu verhindern, sprengt MI5 in Teheran einen Zug in die Luft, zivile Opfer inklusive. Das sieht nicht zufällig so aus wie das Zugunglück in Nordkorea.

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  • Phelps-Clan verurteilt

    Baltimore, 1. November (AFP) - Eine Baptisten-Kirche in den USA muss elf Millionen Dollar Entschädigung an den Vater eines getöteten US-Soldaten zahlen, weil sie auf der Beerdigung des Irak-Kämpfers eine Anti-Homosexuellen-Demonstration veranstaltet hatte. Ein Geschworenengericht in Baltimore gab damit der Klage des Vater Albert Snyder recht, der geltend gemacht hatte, er habe nach dem Aufmarsch der Aktivisten der Westboro Baptisten-Kirche bei der Beisetzung seines Sohnes Depressionen bekommen.

    Die Kirche, nunja, die Phelps-Familie hatte zuvor jahrzehntelang ungestört gegen “Fags” demonstrieren können, etwa auch bei der Beerdigung des jungen, bei einem Hassverbrechen ermordeten Schwulen Matthew Shepard. Im Grunde hat die homophobe Irren-Familie jedoch derart provoziert, dass sich selbst Schwulenfeinde auf deren Seite stellten.

    Die BBC hat kürzlich die Familie besucht, herausgekommen ist eine sehenswerte/krasse/lustige Dokumentation. Hier eine Art Trailer/Making of bei youtube:


    (Direktlink)

    Wer die Kooperation zwischen youtube und BBC auch doof findet und statt einem Vorgeschmack lieber das Originalvideo sehen möchte: die 60-Minuten-Fassung gibts bei Google Video.

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  • Little Albtraum

    Habe ich das nur schlecht geträumt oder gibt es tatsächlich eine russische (und von der BBC nicht genehmigte) Version von “Little Britain”? Bei der man den Eindruck haben muss, dass der einzige Schwule auf dem Dorf wirklich der einzige ist, tatsächlich Mitleid verdient und nur Spott erntet? Eine erschreckende Szene aus “Nasha Russia”:

    (falls kein ton oder video: Youtube-Direktlink)

    Oder ist der schwulenfreundliche Humor nur “lost in translation”? Aber wer weiß das schon, die ebenfalls nicht offizielle israelische Version versteht man schließlich auch nicht. David Walliams und Matt Lucas arbeiten derzeit übrigens an einer “Little Britain”-Staffel für den US-Sender HBO.

    Kurzes

    Während aufgrund aktueller Vorfälle noch zwei größere Themen zu schreiben sind (Technik vs ich, Madrid vs ich), hier ein paar kleinere Anmerkungen:

    Fernsehen “Who do you think you are?” ist eine meiner Lieblingssendungen der BBC. Prominente gehen dort auf die Suche nach ihren Ahnen – zumeist entsteht ein interessantes Charakterportrait und zugleich ein erstaunlicher Einblick in Geschichte. Das ZDF hat das Format jetzt aufgegriffen: “Mariele Millowitsch – Auf der Spur meiner Ahnen” wird heute abend gesendet. Mehr Mut hätte man sich schon gewünscht: die BBC-Primetime-Sendung läuft hier um 23 Uhr, es gibt offenbar erstmal nur zwei Folgen, der Serientitel wird hinter dem prominenten Namen versteckt und online findet man kaum Infos, allein der Link zur Sendungsbeschreibung ließ sich nur über Google finden.

    Fernsehen / Musikindustrie Was ZDF-Redakteure unter Aufklärung hingegen falsch verstehen können, ließ sich am Montag bei “Volle Kanne” beobachten. Um zu seinem Thema zu kommen, dem Mitschneiden von Internet-Radios, holte Volle-Kanne-Computerexperte Oliver Klös erstmal weit aus und wetterte gegen “illegale” Downloads aus Tauschbörsen. Allein im letzten Jahr habe es tausende Verfahren gegen Downloader gegeben, behauptete der Experte. Ich habe die genaue Zahl, die er nannte, nicht mehr im Kopf, aber sie wird vermutlich von der Musikindustrie stammen. Die stellte massenhaft Anzeigen, was automatisch zu Verfahren führt. Dass bestimmt 99 Prozent der Verfahren wieder eingestellt wurden, zumeist, weil der “Täter” nicht ermittelbar war, oder auch, weil die Staatsanwaltschaft wie beispielsweise in Düsseldorf auch bei massenhaftem Einstellen von Dateien keine Strafwürdigkeit feststellen will, erwähnt der verschreckte Redakteur freilich nicht, hat er vielleicht auch einfach nicht verstanden.
    Dann gibt es noch die zivilrechtliche Seite. Auch hier kam es selten zu Prozessen mit Verurteilungen. Die wenigen armen Leute mussten freilich nur einen Bruchteil der Forderungen der Musikindustrie bezahlen. Auch das hat der Redakteur nicht gerafft, wie man online noch schauen kann:
    Moderator: Sach mal, das ist ja wirklich ein großes Problem geworden, diese illegale Musik aus dem Netz. Da geht's dann wirklich ans eingemachte (...) Da muss ja die Elternschaft zahlen (...)
    Oliver Klös: Das ist richtig heftig. Da wird dann für jeden Song abgerechnet, als ob ich den an tausend Leute verkauft hätte. Das sind dann paar tausend Euro.
    ...
    Studiogast Bernhard Brink: "Da siehst Du auch, dass wir heute Probleme haben in der Musikindustrie. Durch Downloads (...) gehen viele Umsätze verloren."

    Man könnte sich jetzt aufregen über all die falsche Panik-Mache. Oder einfach auf den Tag warten, an dem selbst Klös mitbekommt, dass die Musikindustrie auch das Mitschneiden von Internet-Radios unter Strafe stellen will.

    Erwin Der todkranke Düsseldorfer OB Joachim Erwin (CDU) will 2009 erneut antreten. Noch vor wenigen Wochen stellten sich die Parteien auf vorgezogene Neuwahlen ein. Dann kam Erwin aus dem Krankenhaus zurück, kampflustiger und bekloppter wie nie. Ich wage die grauenhafte Prognose: Und wenn er nicht gestorben ist, dann wählen sie ihn auch noch 2009.

    Kombat Opera

    Einer der Gründe, warum ich britisches Fernsehen liebe: man probiert einfach immer mal was aus. Ich bin wahrlich kein Opernfan, vor allem nach einem Ex-Freund mit entsprechendem Musikgeschmack, aber die Anstrengungen der BBC, Oper auch für junge Leute interessant zu machen, fruchten. Da gibt es etwa “Flashmob Opera”, bei der spontan eine Oper im Shopping-Center oder einem Bahnhof abgehalten wird. Letztes Jahr gabs zu Karfreitag “Manchester Passion” (Ausschnitte), die Kreuzigungsspiele live aus verschiedenen Stellen der Innenstadt mit Musik von New Order, The Smiths und so weiter. Das war erstaunlich unterhaltsam (und man bedenke, was unsere Öffentlich-Rechtlichen zu Karfreitag so auffahren).
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