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I started something i couldn’t finish

Manchester – Pride Parade

Das große Pride-Wochenende dauert in Manchester immer vier Tage: von Freitag bis zum letzten Montag im August, der in England immer ein Feiertag ist. Die Parade durch die Innenstadt, immer am Samstag, mag kürzer sein als etwa die in Köln, sie ist aber durchaus kreativer und unterhaltsamer.

Statt eines Wagens von Ikea (Köln) oder Burger King (Berlin) gab es als Werbung einen vom besuchenswerten Museum of Science and Industry. Der bot eine Spinnmaschine, aus der eine Regenbogenflagge quoll. Das schwule Rugby-Team vollzog Scrums auf offener Straße.


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Auf den Spuren schwuler Gene

Mehrmals habe ich schon die Doku-Serie “Who do you think you are” der BBC gelobt, in der Prominente die Herkunft ihrer Ahnen ergründen. Recht ähnlich ist nun “The Making of me”, in der etwa ein Athlet herausfinden soll, warum er so sportlich ist.

Begonnen hat die Serie am letzten Donnerstag mit dem Schauspieler John Barrowman (“Dr. Who”, “Torchwood”), der ergründet, warum er schwul ist. Das ist 60 Minuten lang sehr kurzweilig, da keine obskure Theorie zu kurz kommt (schön ist etwa die Annahme, dass Homosexuelle unterschiedliche Fingerlängen haben – ich habe zwar die gekrümmten Finger einer Rheuma-Oma, aber gleich lang sind sie trotzdem). Glücklich bin ich mit dem Format jedoch nicht: Spricht der misslungene Gentest nun dafür, dass “es” nicht an den Genen liegen kann, oder sagt er nur aus, dass die Forscher noch nicht das richtige Gen gefunden haben? Eine klassische, journalistische Doku hätte hier mehr gebracht. Wie vieles andere muss man sich zudem die Problematik eines gefundenen Gens selbst denken. Aber vielleicht ist auch das ganz gut so: an vielen Stellen kann man schön mit den Gedanken abstreifen.

Hinweis: die Youtube-Videos (ings. 6 je 10 min.) sind falsch gestreckt. Bei Dailymotion gibts das richtige Verhältnis mit miesem Ton. Beste Qualität bietet der BBC-iPlayer, der aber nur auf der Insel zur Verfügung steht. Ich hasse das nicht weltweite Web.

Cam Dating

Ich habe neuerdings eine neue Sucht (neben Rauchen, gegen Joachim Erwin sein und Episoden von Coronation Street, Love Soup, Skins und mind. weiteren 20 Serien): ich schaue gerne bei Cam4.com rein. Das ist eine Webcam-Community, in der sich mittlerweile die halbe Welt zeigt, vor allem nackt. Was natürlich auch der Hauptgrund für mein Vorbeischauen ist, aber es gibt Nebeneffekte.

So kann man psychologische Studien anstellen über das Nicht-Funktionieren von Gehirn und Höflichkeit bei Erregung eines anderen Körperteils: es ist unglaublich, wieviel Beleidigungen die Cammer teilweise erdulden müssen, vor allem auf deutsch, obwohl sie in der Regel aus dem Ausland stammen. Ich meine nicht die typischen, nur dummen User, die es auch auf queer.de gibt: die dort eine Seite aufgrund einer Überschrift aufrufen, nur um dann den Kommentar zu schreiben, dass das Thema ja wohl überflüssig sei. Diesen Grundtyp Internet-Nutzer gibt es zahlreich bei Cam4: Leute, die schreiben, dass ihnen der Typ im Einzelchat nicht gefällt. Es gibt aber auch – erschreckend häufig – härtere Kommentare. Etwa: der Dicke soll mal Platz für den Hübschen machen, Behinderte raus etc. Das sollte mal jemand strafrechtlich verfolgen und nicht nur immer die Downloads.

Ein anderer Nebeneffekt: wenn etwas passiert, erfährt man das hier recht schnell. Als es kürzlich nachts ein Erdbeben in England gab, bekam ich das (und das Gekreische zweier überraschter Tucken) live mit. Und innerhalb von wenigen Minuten hatte ich schon raus, dass das Erdbeben halb England umfasste und nicht nur Devon, wie die BBC eine gute Stunde später erstmals vermeldete. Das erinnerte mich an den 11. September 2001, als wir in der Queer-Redaktion keinen Fernseher hatten, das Internet langsam war und alles noch eher ir- bis surreal erschien – damals kam unser Chefredakteur auf die Idee, doch die Webcam des WTC-Restaurants Windows of the world aufzurufen. Im Nachhinein bin ich froh, dass es keine Verbindung gab. Und dass es zu einer Glosse, in der wir diese Stunden schilderten, erboste Zuschriften alá “Da starben Menschen” – in Versalien – gab, war auch eine bemerkenswerte psychologische Studie. Anway, kleiner Spaßabend dank Erdbeben also, bei dem nichts schlimmes passiert ist. Internationale User waren freilich nicht begeistert: “Was faseln die denn da von nem Erdbeben? Die sollen weiterwichsen” schrieb jemand auf Deutsch.

Dass Dating nicht viel mit Köpfchen und Höflichkeit zu tun hat, hat Graham Norton übrigens bereits vor einiger Zeit anhand eines Live-Speed-Datings bewiesen. Das war ganz großes Fernsehen: das Publikum fällt vor Lachen hörbar aus den Stühlen und ich kann mich heute immer noch beömmeln:

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Ein schwules Blog aus Düsseldorf über Fernsehen, Musik, Manchester und sonstigen Kram

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