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I started something i couldn’t finish
31 Aug 07
“iPod, iMac und ab Herbst das iPhone: Apple löst eine Euphorie aus, die sich nur noch mit religiösem Wahn vergleichen lässt”, schreibt das SZ-Magazin heute. Wahn vor allem bei Journalisten: es ist unglaublich, wieviel kostenlose Werbung Apple in den letzten Wochen alleine in SZ, FAS und Spiegel Online bekommen hat. Für ein Telefon, das viele Beschränkungen besitzt (wie auch der iPod weniger bietet als die meisten MP3-Player). Über das von mir kürzlich zugelegte Nokia N95, das deutlich mehr kann, musste ich mir die Informationen mühsam aus dem Netz suchen. Redakteure mögen denken, Apple-Produkte seien Kult und irgendwie alternativ. In Wirklichkeit sind sie überteuert, in Technik und Ausstattung mangelhaft, und das Schreiben darüber ist eine Art Statussymbol-Journalismus, der dringend aufhören muss.
24 Mai 07
Dieses Selbstverständnis einer Redaktion muss mir mal einer erklären.
12 Mrz 07
Ich habe nichts dagegen, wenn sich Online-Medien dadurch unterscheiden, dass sie statt Agentur-Material eigene Texte bringen. Zumindest eine ausführliche Google-Recherche erwarte ich aber schon. Wenn ich nun wie gerade erst spät nachts mitbekomme, dass eine Gruppe bereits vor Stunden Terroranschläge in Deutschland angekündigt hat, dann möchte ich bitte nicht auswählen können, ob “Stimme des Kalifats” ein Sendungstitel, ein TV-Kanal, ein Forum oder gar eine eigene Terrorgruppe ist.
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22 Feb 07
Hier eine geraubte dpa-Meldung von digitalfernsehen.de, über die ich mich aufgeregt habe. Dass ich gegen die massenhafte Nutzung des Begriffs “Raubkopie” durch die Medien bin, für alles, was auch legal sein könnte oder legal sein müsste, ist nichts neues. Ärgerlich ist, wenn man sich schon sehr anstrengen muss, um in der folgenden Meldung überhaupt zu erkennen, dass die Leute nicht wegen des Herunterladens, sondern offenbar wegen des Verkaufs von Kopien verurteilt worden sind. Wie dumm dürfen (DPA-)Journalisten eigentlich sein?
Bewährungsstrafen für Raubkopierer - "Kein Kavaliersdelikt"
[fp] Mühlhausen - Im Prozess um Internet-Kriminalität mit Raubkopien sind drei Angeklagte am Mittwoch vor dem Landgericht Mühlhausen (Thüringen) zu Bewährungsstrafen zwischen 10 und 23 Monaten verurteilt worden.
Zudem müssen sie knapp 170 000 Euro an gemeinnützige Organisationen zahlen. "Solche illegalen Downloads sind kein Kavaliersdelikt", sagte Richter Axel Schur. Die Männer hatten gestanden, hunderte Kopien von Filmen, Musikdateien und PC-Spielen illegal heruntergeladen und vertrieben zu haben. Sie hatten damit illegal 700 000 Euro eingenommen. Das Urteil ist rechtskräftig.
Alle drei Angeklagten hätten letztendlich durch ihre Internetgeschäfte kein Geld verdient, stellte das Gericht fest. Mehr als 600 000 Euro wurden auf einem Konto und in einer Garage gefunden und beschlagnahmt. Den Großteil von etwa 400 000 Euro erhalten die Finanzbehörden zum Ausgleich der Steuerschulden. Den Restbetrag von knapp 200 000 Euro erhält die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU), die das Trio angezeigt und die Ermittlungen ins Rollen gebracht hatte. Nach deren Angaben handelte es sich um den größten Fall illegaler Downloads im deutschsprachigen Raum. (dpa)
Nachtrag: Worum es wirklich geht (die Warez-Download-Plattform FTPWelt und die interessante Beteiligung eines in der Internet-Szene nicht unbekannten Anwalts aus München), berichten u.a. Winfuture und heise. ddp bekommt die Unterscheidung zwischen Downloads und illegalen Geschäften etwas besser hin als dpa.
13 Nov 06
Nachdem ich kürzlich schon eine Korrektur zu einer “Prinz”-Geschichte über Manchester lieferte, ist nun “Der Spiegel” dran, der sich mal der großen Genauigkeit seiner Geschichten rühmte. In seiner aktuellen Geschichte über Armut in Manchester und deren Bekämpfung geht einiges daneben. Andauernd wird von der Stadt geschrieben, selbst wenn die (politisch getrennte) Region gemeint ist. Die BBC zieht nach Salford, nicht ins benachbarte Manchester, und das hübsche Bild des Lowry-Zentrums, das die “Boomtown Manchester” illustrieren soll – es zeigt auch Salford. Man stelle sich einen Bericht über die Stadt Essen vor, in dem die Statistik fürs gesamte Ruhrgebiet vorkommt und der mit dem Centro in Oberhausen illustriert ist.
Ohnehin wäre das Ruhrgebiet ein besseres Studienobjekt für den “Spiegel”-Schreiber, projeziert er doch Sachen von dort nach Manchester: Die Stadt symbolisiere “den Übergang von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft. In seinen Minen schürften die Arbeiter den Treibstoff der Industrialisierung, in seinen Stahlwerken befeueren sie den Traum vom unendlichen Wachstum.”
Hätte es in Manchester Minen gegeben, man hätte den berühmten Bridgewater-Kanal zum Heranschaffen der Kohle gar nicht bauen müssen. Stahlwerke? In Sheffield vielleicht. Dass die Industrialisierung in Manchester “zum Synonym für einen ungezügelten, seine Arbeiter fressenden Kapitalismus” wurde, kann sein – hat aber den Haken, dass die meisten Fabrikenbesitzer der Stadt schon kurz nach Beginn der Industrialisierung den Lebensstandard ihrer Mitarbeiter deutlich verbesserten.
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