I started something i couldn’t finish
26 Jan 09
Metronomy - “A thing for me”
Nach “Heartbreaker” ein weiterer Grund, warum man die Elektro-Kids aus Devon knuddeln möchte.
Morrissey - “I’m throwing my arms around paris”
Hätte man in früheren Zeiten den Eurovision Song Contest mit gewinnen können, und ich meine das in a good way.
Pistol Youth - “In My Eyes”
Musik ist nix besonderes, aber das Video muss man mal gesehen haben.
14 Feb 08
Kürzlich bei “Paul’s Tele Grill”. Paul: “Und, feierst Du Karneval?” Ich: “Bin ich jeck?”. Nun gut, das Rheinländische steckt in mir drin, aber zu Karneval flüchte ich doch ganz gerne, etwa zu einem sehr schönen Konzert in Paris.

29 Nov 07
“Interview - Tim Jonze; Words - NME”:
Wie das britische Popblatt (zum zweiten Mal) mit einem offenbar umgeschriebenen Interview versucht, Morrissey zum Rassisten zu machen.
23 Apr 07
Morrissey auf Deutsch. Mit Ukulele. “Preussisch Blut, bayrisch Herz”. Ich fass es nicht…
(via Morrissey Solo)
9 Jan 07
Was der Fick? Für Großbritannien ist zwar alles besser als der letztjährige Kandidat Daz Sampson, aber will man sein Idol wirklich bei dieser mindestens halbironischen Sendung sehen? Und er selbst glaubt doch ans große Scheitern beim ESC, im Video zu “You have killed me”:
4 Jan 07
Gibt es eigentlich eine Zeitung, die Morrisseys kurze Audienztour durch Deutschland nicht gelobt hätte? Ich habe nichts gefunden, nur wunderbar verliebte Berichte in SZ und FAZ. Und heute diese Dia-Rezension der Zeit, nettes Format übrigens. Nur kann den Herren und Damen Journalisten mal bitte jemand hinters Ohr schreiben, dass der Mann seit seiner Selbst-Erfindung Morrissey heißt, und nicht Steven Patrick Morrissey?
29 Dez 06
Vor kurzem habe ich mich aufgeregt, dass ZDF-Moderator Normen Odenthal immer unnötige Themenüberleitungen setzt. Nun setze ich mal selber eine: in der Reihe von Vorfilmen vor dem Morrissey-Konzert (s. letzter Eintrag) war auch ein kurzes, angetrunken vorgetragenes Weihnachsständchen einer mir bis dahin unbekannten Dragqueen, das leider online nicht verfügbar ist. Bei der Dame handelt es sich um die New Yorkerin Lypsinka, und am 2. Weihnachtsfeiertag entdeckte ich sie in einem obskuren Film wieder.
In “Another gay movie” spielt sie die Mutter eines schwulen Teenagers. Der Film ist eine schonungslose Kopie von “American Pie” auf schwule Verhältnisse, der nach anfänglicher Gewöhnug an das trashige Niveau sehr vergnüglich ist. Und wer hätte schon gedacht, dass man den Torten-Gag aus dem Vorbild noch mit einem zusätzlichen Hamster inszenieren kann. Trailer:
Mein anderer Weihnachtsfilm war “Shortbus” von John Cameron Mitchell (”Hedwig and the Angry Inch”) - auch ein Film, bei dem Leute wie ich den Vorhang zuziehen. Wenige Teile des Films sind eindeutig pornographisch, und es handelt sich um echte Sexszenen der Darsteller, die nach einem langen Casting zusammen mit dem Regisseur die Handlung entwickelten. Ich kann nicht gut über Musik und Kino schreiben, daher einfach nur: Rezension bei Spiegel Online und den Trailer und dann bitte auch den Film anschauen.
Beide sehenswerten Filme liefen hier bereits bei den schwulen Filmfestivals, die man ja doch immer verpasst, sind nur teilweise irgendwo im Kino zu sehen und aus dem Ausland auf DVD bestellbar. Für den Notbehelf gibt es aber noch gay-torrents.net.
27 Dez 06
Letzten Samstag in Manchester: Der deutsche Weihnachtsmarkt, eine Mischung aus Kulturimport (Treff zum Glühwein), Anpassung an lokale Verhältnisse (Steaks zum Glühwein) und Abzocke (importierter Aldi-Spekulatius zum Wucher-Preis), war schon abgezogen. So bot sich für hunderte Kids die Möglichkeit, vor dem grandiosen Rathaus eine Flashmob-Kissenschlacht zu starten. Ein Federmeer ist nett anzusehen, wenn der Schnee fehlt. Selbst Polizei und Straßenreinigung amüsierten sich beim Zusehen:
Am Abend Morrissey in einem ehemaligen viktorianischen Bahnhof. Das G-Mex sah zuletzt den Labour-Parteitag, in dem Tony Blair Standing Ovations bekam. Das Konzert wirkte da schon eher wie Manchester: Die Vor-Sängerin Kristeen Young bekam bereits zum zweiten Lied “Morrissey, Morrissey, Morrissey”-Chöre aus dem Publikum, später auch “Fuck off”-Rufe und Toilettenrollen.
Wie schon beim Konzert in Düsseldorf gab es zum Umbau eine Abfolge von Videofilmen: u.a. James Dean in Stumm, die New York Dolls in voller Pracht und alte Eurovisions-Clips mit ORF-Kommentar. Etwa Tommy Körberg mit “Judy, Min Van”, bei dem man den Eindruck bekommt, der Mozfather entwickelt sich in seinen neueren Posen zu einem Grand-Prix-Teilnehmer. Oder Gigliola Cinquetti mit “Si”, das nett klingt und gleichzeitig so, wie man sich einen Eurovison-Song vorstellt, ohne je einen gehört zu haben:
Ich als Niederrheiner kann den Begriff “österreichischen Charme” nicht mal unfallfrei aussprechen, aber nicht diesen Unfall, sondern diesen Charme in der Stimme muss man sich vorstellen, als der ORF-Kommentator die Sängerin als “liebreizend und entzückend wie immer” vorstellte.
Das waren vielleicht nicht mal die richtigen Worte, aber sie waren voller Liebe und Zucker dahingeschmolzen, und sie hätten auch gut zu Morrissey gepasst. In seinen ruhigen Liedern (erhaben: das ältere “I’ve changed my plea to guilty“) folgt man jeder Mund- und Handbewegung, und die Anmut des mittlerweile lebensfrohen Mannes, diese besondere Bühnenchemie ist nett anzusehen. Und er unterhält sich neuerdings so gewitzt mit dem Publikum. Auch in Düsseldorf war Morrissey Entertainer, als er beispielsweise über pelztragende Düsseldorferinnen herzog (in etwa: They wear fur to be beautiful. Murder: beautiful. Torture: beautiful. Execution: beautiful.) Irgendwo zwischen vierter und zehnter Reihe hopsend waren auch die schnellen Lieder krachend, so das neue “Ganglord“. Und welch grandioses Opening mit “Panic” und “First of the gang to die” (das Video stamt aus Amsterdam)!
Am Abend noch meine Lieblinsdisko, Poptastic: Türsteher sind doch nicht immer Wichser. Sie sind es offenbar nur, wenn es sich um junge, eingebildete Aushilfs-Türsteher handelt. Kam also mal wieder rein, durfte ein Indie-Tanzfest mit zahlreichen Morrissey-Einlagen erleben und dazu das einzig wahre Weihnachtslied, “Fairytale of New York” von den Pogues, untermalt mit von oben fallendem Kunstschnee. Zwei Weihnachtstransen, ca. 60 und 20 Jahre alt, verteilten dazu Süßigkeiten. Ja, so macht Weihnachten dann doch mal Spaß.
(flickr-Bilder von CENtral 1179, Slippy-23 und nickpickles, youtube-Video von ickleweb und oldsparkyexperience)
